«Deutsch für junge Profis» von Wolf Schneider

Von Daniel Ammann

Rezension. Wolf Schneider schreibt immer wieder das gleiche Buch. Aber er tut dies so kurzweilig und prägnant, dass wir nicht genug bekommen. 50 Regeln waren es in «Deutsch fürs Leben», 44 Empfehlungen in «Deutsch!». – Für junge Profis hat der Altmeister seine Maximen nun auf 32 Rezepte eingekocht. Wer diese beherzigt, schreibt klar und verständlich und zollt damit seinen Leserinnen und Lesern Respekt.

Ganz ohne Plage geht das zwar nicht, warnt Schneider, aber er verlangt nicht Unmögliches. Präzis und prall sollen die Wörter sein, schlank und schlicht die Sätze. Ob wir bloggen, mailen, simsen oder wissenschaftlich schreiben: Wer gelesen werden will, macht es seinem Publikum nicht unnötig schwer. Für aufgemotzte Modewörter und abgeleierte Adjektive gibt es deshalb Rote Karten. Schneider wettert gegen bemooste Textbausteine, spiesst die Hängebäuche eingeschobener Nebensätze auf und erklärt dem akademisch-bürokratischen Imponiergehabe den Krieg. Einfach-drauflos-Schreiber nimmt er ebenso ins Visier wie verkorkste Germanisten oder Grossmeister des Marketing-Jargons. Da schiesst Schneider dann gerne mal übers Ziel hinaus.

Liebe deinen Leser wie dich selbst, lautet die forsche Botschaft. Dabei prangert der Stilpapst nicht nur an: Er praktiziert auch, was er predigt. Seine Prosa hat Pfeffer und Pfiff und putscht selbst ältere Profis auf.

Wolf Schneider
Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt
Rowohlt 2010. 191 Seiten.
ISBN 978-3-499-62629-6

Text: Daniel Ammann / Medientipp aus «ph akzente» 2/2011