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	<title>Textin &#187; Texter-Alltag</title>
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	<description>Das Magazin der Schreibszene Schweiz</description>
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		<title>Herrin über Staubwedel und Satzkonstrukte</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 07:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Delia Ottone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Texter-Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Kolumne. Immer mehr Mütter sprengen die Fesseln ihres Hausfrauendaseins. Nach jahrelangem Pendeln zwischen Kindern, Küche und Kirche wagen sie es, ein viertes &#8220;K&#8221; in Angriff zu nehmen. Sie starten durch mit einer Zweitausbildung in Richtung Karriere. &#8220;Und du glaubst wirklich, dass jemand auf dich, deine Texte und dein Diplom wartet?&#8221; Die Stimme meiner zweitbesten Freundin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kolumne. Immer mehr Mütter sprengen die Fesseln ihres Hausfrauendaseins. Nach jahrelangem Pendeln zwischen Kindern, Küche und Kirche wagen sie es, ein viertes &#8220;K&#8221; in Angriff zu nehmen. Sie starten durch mit <span id="more-306"></span>einer Zweitausbildung in Richtung Karriere.</p>
<p>&#8220;Und du glaubst wirklich, dass jemand auf dich, deine Texte und dein Diplom wartet?&#8221; Die Stimme meiner zweitbesten Freundin tönt genauso wie ihre Wortwahl: vordergründig zweifelnd, aber voll von getarntem Spott. Sie will mir einreden, dass ich mit Kindern, Haus, Garten und meinen ehrenamtlichen Jobs weiss Gott genug beschäftigt sei.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-307" href="http://www.textin.ch/herrin-uber-staubwedel-und-satzkonstrukte/ottone_237/"><img class="alignnone size-full wp-image-307" title="Ottone_237" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/05/Ottone_237.jpg" alt="" width="237" height="172" /></a>Ich aber will mehr als mich nur beschäftigen! Die Schale meines beruflichen Neutrums ist zu eng geworden. Tatsache ist: als Hausfrau und Geschichtenschreiberin bin ich doppelt berufslos. Ich bin weder Autorin, noch Journalistin, noch Gemeindeschreiberin, genauso wenig wie ich Köchin, Kindererzieherin oder Krankenschwester bin. Zweifelsfrei tagfüllende Tätigkeiten, kunterbunt wie Pippis Villa und oft anspruchsvoller als das Steuern eines Schiffes bei Windstärke 10. Aber: es sind keine anerkannten Berufe. Ich strebe nach einem richtigen Beruf; einen mit Ausbildung, Abschluss und bezahlten Aufträgen. Keinen, der nur auf offiziellen Formularen als solcher bezeichnet wird; eine halbe Zeile zwischen Heimatort und Konfession. Keinen, der nach Zwiebeln, muffigen Winterstiefeln und verstaubtem Heizungskeller riecht.</p>
<p>Nun werde ich ein rechtes Handwerk erlernen. Von der Pike auf. <a href="http://www.schreibszene.ch">Der Lehrgang zur diplomierten Texterin</a> wird meine Fähigkeiten bündeln und mir neue Perspektiven verschaffen. Ganz ehrlich, ich freue mich darauf, in die Geheimnisse der Textentstehung einzutauchen wie in ein Kochbuch voller exotischer Rezepte. Ich werde den Duden statt Betty Bossi ins Regal stellen. Meister Proper bleibt im Schrank, derweil ich mit Wolf Schneider Wörter wasche und für kristallklare Texte sorge, und bei Fremdwörtern wie Klimax werde ich nicht mehr automatisch an Menopause denken. Pleonasmen werde ich entfernen wie Grasflecken aus Juniors Jeans und redundante Akronyme ausjäten wie den Hahnenfuss im Blumengarten. Aus logischen, chronologischen und hierarchischen Sachverhalten werden genauso kreative Kompositionen entstehen wie mit frischem Gemüse und gehackten Kräutern. Meine Texte werden reiner als Kochwäsche nach dem dritten Waschgang und die darin enthaltenen Botschaften so verständlich wie nach einem Gordon-Training.</p>
<p>Sicher, der Sprung von der staubwedelnden Hausfrau zur professionellen Texterin wird ein Quantensprung. Auch wenn nicht alle Welt auf mich und mein Diplom wartet – mit Entschlossenheit und originellen Texten werde ich auch meine zweitbesten Freunde überzeugen.</p>
<p><strong>Delia Ottone</strong> pflückt seit geraumer Zeit &#8220;Geschichten, die das Leben schreibt&#8221;. Oft hängen diese hoch, doch meistens braucht sie sich nur zu bücken und sie aufzu-lesen.</p>
<p>27. Mai 2010</p>
<p>Bild: iStockPhoto</p>
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		<title>In London sprudeln die Wörter</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 07:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Schwab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läbe im Usland, Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Texter-Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[ausgewandert]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Schwab]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben im Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[uf und dervo]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Neustart auf der ganzen Linie Es lockt die Ferne mit ihren himmlischen Düften, mit den fantasievollen Bauten, den uns fremden Bräuchen, den fröhlichen Gesichtern, den unerreichbaren Ereignissen. Romantisch denken wir darüber nach für immer zu bleiben. Wie das Leben in einer andern Kultur wohl wäre? Der Lockruf hat mich erreicht und ich bin in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Neustart auf der ganzen Linie<br />
Es lockt die Ferne mit ihren himmlischen Düften, mit den fantasievollen Bauten, den uns <span id="more-247"></span>fremden Bräuchen, den fröhlichen Gesichtern, den  unerreichbaren Ereignissen. Romantisch denken wir darüber nach für immer  zu bleiben. Wie das Leben in einer andern Kultur wohl wäre? Der Lockruf  hat mich erreicht und ich bin in das Flugzeug gestiegen, um die Welt zu  bewohnen. Zugegeben nicht die ferne Welt, aber immerhin das  teeschlürfende Land des Regens und der Monarchie – England.</p>
<p>Morgens um 9 Uhr – kalt. Abends um 18 Uhr – noch immer kalt. Wohl nie  hätte ich mir träumen lassen, dass es in Westeuropa Länder gibt, in  welchen die Gaspreise so hoch sind, dass das heizen zum Luxus wird.  Natürlich habe ich davon gehört. Bei meinen Besuchen in Irland war es  auch immer etwas kühl, doch lag ich spätestens nach einer Woche wieder  in meinem warmen, etwas überheizten Zimmer. Am Ende ist es halb so wild  und nur eine Frage des Eingewöhnens, dennoch typisch für meine  verträumte Sicht des Auswanderns. Oder sind am Ende alle Auswanderer  etwas verblendet? Mir jedoch ist, seit meiner Ankunft in einem Dorf  ausserhalb Londons, meine rosarote Brille vom Kopf gefallen. Die  Realität hat mich wieder. Wundervoll. Seit zwei Monaten arbeitslos –  dachte ich doch mein Abenteuer gehe bereits im September los – ist  Realität genau was ich brauche. Die Dinge können angepackt werden. So  musste zum Beispiel die ganze Wohnung noch mal geputzt werden, bin ich  als Schweizerin doch zu einem pingelig sauberen Heim erzogen worden.  Auch hat sich mein Königreich auf einen Garten ausgedehnt und die  zwischenzeitlich neue Profession ist Gärtnerin, Unkrautvernichterin und  Kompostanhäuferin. Zugegeben ein grünes Zuhause ist wundervoll, doch –  ach du meine Güte – welch eine anstrengende Arbeit! Ich ziehe meine  Gartenschürze vor allen körperlich arbeitenden Erdenbürgern. Trotz all  des Bückens im Garten ist die Jobsuche nicht zu vergessen. Die Essenz  meines neuen Lebens. Noch in der Schweiz gab es tausend Ausreden, die  Suche auf die tatsächliche Ankunft zu verschieben. Denn zugegeben: ich  hatte und habe einen riesigen Respekt davor. Vorstellungsgespräche in  Englisch! Die Angst die Frage nicht zu verstehen und wie ein Idiot  dazustehen. Schrecklich. Das Gute an London ist, ich kenne keine Seele,  die wirklich hier aufgewachsen ist. Die meisten Einwohner der Hauptstadt  sind zugewandert. Mal reden sie chinesisch, mal amerikanisch, mal  französisch und ja ab und zu auch deutsch. Man fühlt sich automatisch  ein bisschen weniger alleine mit dem deutlichen &#8220;Ausländer-Slang&#8221;. Daher  Augen zu und durch. Morgen geht es los mit höflichem Nicken und  freundlichem Lächeln bei Stellenvermittlungsfirmen und Läden die  Aushilfen suchen. Ich erwarte eine sehr kurze und unruhige Nacht.</p>
<p>Auch wenn ich noch eine Weile brauche mich einzuleben, so gibt es eine  Sache, die bereits jetzt wie am Schnürchen läuft. Das Schreiben. Anfangs  kam es mir etwas unsinnig vor die Schweiz zu verlassen, da ich das  deutsche Wort so gerne um mich habe. Aber hier in meinem kleinen Cottage  scheint mich meine Schreibblockade vorerst völlig verlassen zu haben.  In all der Zeit in der ich nichts zu tun habe – und dies ist trotz allem  oft der Fall – setze ich mich in meinen Schaukelstuhl und schreibe.  Fantastisch. Aber auch notwendig. So ist eine Woche vor der Auswanderung  mein Computer in die Brüche gegangen und mit ihm all meine Texte und  Geschichten. Natürlich hatte ich eine Sicherungskopie davon, aber leider  ist auch die beschädigt. Welch Ironie mit dem Neustart. Nun scheint er  gelungen. Ob ich will oder nicht.</p>
<p>Für ein Fazit ist es wohl noch zu früh, aber würde ich es wieder tun?  Auf jeden Fall. Würde ich mich besser vorbereiten? Keinesfalls, denn  darauf könnte ich mich auch in einem Jahr nicht vorbereiten. Ich lerne  die Dinge zu nehmen, wie sie kommen. Bei schweren Zeiten gönne ich mir  einfach eine Tasse starken, milchigen Tee. So machen es jedenfalls die  Engländer. Also, cheers!</p>
<p><strong>Martina Schwab</strong>, Dipl. Texterin Schreibszene Schweiz, lebt und schreibt in London.<br />
Datum: 24. März 2010 (September 2009)<br />
Text: Martina Schwab<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Unter einer Palme liegen&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 19:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läbe im Usland, Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Texter-Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Script Texterinnen und Texterverband]]></category>
		<category><![CDATA[Stephanie Hugentobler]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview. Stephanie Hugentobler, Texterin/Konzepterin, hat den Texterinnen- und Texterverband script sechs Jahre lang als Präsidentin geleitet. Seit zwei Jahren lebt und arbeitet sie auf der Ferieninsel Djerba, die zum nordafrikanischen Tunesien gehört. textín: Vielen Dank Stephanie Hugentobler für dieses Interview. Zur ersten Frage: Welchen Tipp geben Sie unseren Leserinnen und Lesern, die davon träumen, auszuwandern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Interview.<strong> Stephanie Hugentobler, Texterin/Konzepterin, hat den Texterinnen- und Texterverband script sechs Jahre lang als Präsidentin geleitet. <span id="more-114"></span>Seit zwei Jahren lebt und arbeitet sie auf der Ferieninsel Djerba, die zum nordafrikanischen Tunesien gehört. </strong></p>
<p><strong>textín: </strong>Vielen Dank Stephanie Hugentobler für dieses Interview. Zur ersten Frage: Welchen Tipp geben Sie unseren Leserinnen und Lesern, die davon träumen, auszuwandern und irgendwo ganz anders zu leben und zu schreiben?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler:</strong> Ganz wichtig ist die Basisfrage: Bin ich bereit, meinen Traumferienort oder meinen liebsten Rückzugsplatz aufzugeben und ihn zum Alltag zu machen? Das gilt auch für Ortswechsel innerhalb der Schweiz, also zum Beispiel der Wechsel von der Deutschschweiz ins Tessin. Dieser Schritt will gut überlegt sein, denn man gewinnt ein neues Lebensumfeld. Dafür verliert man gleichzeitig etwas, das einem lieb und teuer war.</p>
<p>Wichtig ist auch, ob die neue Destination die Infrastruktur bietet, die man braucht – sei es für die Arbeit, sei es für den persönlichen Lebensstandard und „Luxus“.</p>
<p>Ist das alles mit einem fetten Ja beantwortet, lohnt sich eine Testphase von mehreren Monaten, in der man das Alltagsleben am künftigen Lebensmittelpunkt möglichst 1:1 lebt. Also kein Hotel und spezielle Ferienstimmung, der Alltag soll Einzug halten. Nur so findet man heraus, ob man es schafft, alles unter einen Hut zu bringen: das Leben des Traums und die Arbeit. Bei mir hat sich dieser Test bewährt. Ich bin zufrieden auf Djerba und damit, wie ich Arbeiten und Leben kombinieren kann.</p>
<p><strong>textín: </strong>Ist es auf Djerba nicht zu heiss, um zu arbeiten?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler: </strong>Im Sommer ist es zu heiss, dafür ist es im Winter zu kalt… Ganz ehrlich: Ohne Klimaanlage würde ich es im Moment nicht aushalten. Als sie ein paar Tage lang kaputt war, habe ich fast durchgedreht und musste jeweils spätestens um 12 Uhr aufhören zu arbeiten. Das Problem ist die Luftfeuchtigkeit zusammen mit der hohen Temperatur. Um die 28 Grad und zwischen 50 und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind zurzeit normal – und die habe ich nur dank der Klimaanlage.</p>
<p>Dafür tippe ich im Winter im Büro mit klammen Fingern. Deshalb arbeite ich die Hälfte des Jahres vor allem, um die Stromrechnung zu bezahlen: von Juni bis Oktober für die Klimaanlage und von Ende Dezember bis Mitte März für die Heizung.</p>
<p><strong>textín: </strong>Wer nimmt die Arbeit eines professionellen Texters in Anspruch? Grosse Firmen, kleine Firmen oder auch Private?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler:</strong> Hauptsächlich grosse und kleine Firmen, hin und wieder auch Privatpersonen. Aber das wirklich eher selten, bei mir sogar sehr selten. Für Privatpersonen texte ich nur noch in Ausnahmefällen. Aufwand und Ertrag stehen einfach in keinem Verhältnis. Private brauchen intensivere Beratung und persönliche Gespräche. Das kann ich mir von den Telefonkosten her nicht mehr leisten. Privatpersonen sollte man wirklich „nahe” sein. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die das häufiger machen. Diese empfehle ich gerne weiter, wenn ich eine Anfrage erhalte.</p>
<p><strong>textín:</strong> Was kostet zum Beispiel das Texten eines Mailings (Brief), eines Inserates (Headline, Copy) oder einer Broschüre von 8 Seiten?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler: </strong>(lacht) Ja, die beliebte Preisfrage. Ich bin Vorstandsmitglied von script und dem Verband sehr verbunden. Deshalb meine Antwort, die eigentlich keine ist, dafür Schleichwerbung: Die Preisfrage beantwortet die übersichtliche und nützliche script-Broschüre „Honoraransätze für Konzept und Text nach statistischer Erhebung“, die auf <a href="http://www.scriptweb.ch/">www.scriptweb.ch</a> bestellt werden kann. 20 gut investierte Franken, sowohl für Texterinnen, Texter als auch für Auftraggebende. Und wer script-Mitglied wird, bekommt eine Broschüre sogar umsonst.</p>
<p><strong>textín: </strong>Sie waren sechs Jahre lang Präsidentin von script, dem Texterinnen- und Texterverband, und haben diese Aufgabe erst kürzlich abgegeben. Was tun Sie nun mit der übrigen Zeit? Doch noch Kochen lernen?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler:</strong> (Schmunzelt) Moment! Da haben Sie eine Aussage in meinem Webporträt fehlinterpretiert. Kochen konnte ich vorher schon, aber ich habe es einfach fast nicht gemacht. Das hat sich gewaltig geändert, seit ich auf Djerba lebe. Mein Sohn Leo und meine Mutter sind zuweilen fassungslos. Vor allem Leo fragt hin und wieder, ob ich jetzt Ambitionen habe, Superhausfrau des Jahres zu werden… Doch da gäbe es noch viel Optimierungspotenzial.</p>
<p>Tatsächlich brauche ich sehr viel Zeit für Alltägliches: Einkaufen und Putzen ist beispielsweise viel zeitintensiver als in der Schweiz. Und beim Putzen ist es zudem so, dass jemand mit einem Sauberkeitsfimmel hier kaum Überlebenschancen hat. Dafür sorgen nur schon Wind, Sand und die undichten Tür- und Fensterrahmen… Ich habe mich nach langem Zögern entschieden, mir eine Haushaltshilfe zu suchen. Meine persönlichen Qualifikationen sehe ich im Texten und nicht im Putzen.</p>
<p><strong>textín: </strong>Pendeln Sie zwischen Schreibtisch und Küchentisch oder wie müssen wir uns das vorstellen?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler:</strong> Ganz so ist es nun auch wieder nicht. Ich habe mich verändert. Ich denke, ich bin etwas weniger zack-zack als früher, habe mich an die gemächlichere Gangart von Djerba angepasst. Das war ja auch eines der Ziele meiner Auswanderung.</p>
<p>Hier habe ich ausserdem viel mehr Tiere zu betreuen als in der Schweiz. Im Moment sind es vier Hunde, bald hoffentlich nur noch zwei. Ursprünglich waren es zehn: Die Hundemama und ihre 9 Welpen … Sieben Katzen wohnen ebenfalls hier, aufgeteilt auf drei Generationen. Da bin ich guten Mutes, dass wir für einige ein Plätzchen finden.</p>
<p>Und weil das alles offenbar noch nicht genug ist, habe ich im Mai zusammen mit zwei Freundinnen – einer Schweizerin, die seit 10 Jahren hier lebt, und einer Tunesierin – ein neues Unternehmen gegründet.</p>
<p><strong>textín:</strong> Sie scheinen ja nichts auszulassen. Verraten Sie uns mehr über Ihr neues Projekt?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler:</strong> Wir suchen und vermitteln Häuser und Wohnungen für Ferien und Langzeitaufenthalte und bieten umfangreiche Serviceleistungen an. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Gäste aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Wir kennen beide Kulturen, ihre Denkweisen und Ansprüche. Und die sind sehr oft nicht deckungsgleich. Unsere Gäste schätzen, dass sie sich auf unser Know-how sowie die ehrliche Beurteilung unserer Objekte verlassen können. Und dass sie mit uns Ansprechpartnerinnen in ihrer Muttersprache haben, die vor, während und nach dem Aufenthalt auf Djerba für sie da sind. Wer mehr wissen will, wird auf <a href="http://www.aha-djerba.ch/">www.aha-djerba.ch</a> fündig.</p>
<p><strong>textín:</strong> Aha, ich sehe, Sie sind auch in Tunesien sehr umtriebig. Kommen Sie auch ab und zu in Versuchung, stundenlang unter einer Palme zu liegen und Datteln zu essen?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler: </strong>(lacht) Ja, genau – oder ganze Tage am Strand verbringen. Genau so stellt man sich das vor, ich weiss. So ist es überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Was man rein theoretisch immer hat – oder haben könnte – wird zur Gewohnheit. Es ist manchmal eine echte Schande, wie selten ich an den Strand gehe. Ich bin grundsätzlich ein Arbeitstier. Ich kann zwar auswandern, aber nicht vor meinem eigenen Charakter davonlaufen. Im Gegensatz zur Schweiz wirkt sich hier das Umfeld jedoch positiv und abmildernd aus – wir haben auf Djerba keine Leistungsgesellschaft. Und das tut wohl!</p>
<p><strong>textín: </strong>Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Leben Sie womöglich wieder in der Schweiz? Werden Sie noch als Texterin arbeiten?</p>
<p><strong>Stephanie Hugentobler: </strong>Wenn Sie mich heute fragen: Ich sehe mich auf Djerba oder zumindest in Tunesien. Wir wissen ja nicht einmal, was morgen ist – weshalb sollen wir wissen, was in ein paar Jahren sein wird? Das Leben ist spannend und hält viel Unerwartetes bereit. Dafür will ich offen bleiben und mich nicht durch Planungen einschränken. Ich bin hier, glücklich und erfüllt. Es interessiert mich tatsächlich nicht, wo ich irgendwann sein werde. Meinem Beruf bin ich zutiefst verbunden. Daher glaube ich, dass er mich durch mein ganzes Leben begleiten wird.</p>
<p><a href="http://www.werbetexte.ch/">www.werbetexte.ch</a></p>
<p><a href="http://www.aha-djerba.ch/">www.aha-djerba.ch</a></p>
<p>Das Interview wurde von Fatima Vidal geführt. Sie ist Herausgeberin des textín-Magazins und GL-Mitglied von <a href="http://www.schreibszene.ch/">Schreibszene Schweiz.</a></p>
</div>
<p>Datum: 1. März 2010 (textín Oktober 2009)<br />
Text: Fatima Vidal<br />
Bild: Stephanie Hugentobler<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Wenn ein Freak das Potenzial nicht mehr sieht</title>
		<link>http://www.textin.ch/wenn-ein-freak-das-potenzial-nicht-mehr-sieht/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 15:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>textin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing & Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Texter-Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Freelancer]]></category>
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		<category><![CDATA[Texter]]></category>

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		<description><![CDATA[An einem verregneten Dienstag Abend am Murihaldenweg 7 in Bern. Ring, ring &#8230; ring, ring &#8230; ri – klk H: Sebastian Hättenschweiler. W: Guten Abend Herr Hättenschweiler, Wurfing hier. Es tut mir leid, dass Sie so lange nichts mehr von mir gehört haben, doch die letzten drei Wochen waren wieder einmal die Hölle. Danke nachträglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><em>An einem verregneten Dienstag Abend am Murihaldenweg 7 in Bern.</em></em></p>
<p>Ring, ring &#8230; ring, ring &#8230; ri – klk<span id="more-33"></span></p>
<p><strong>H: Sebastian Hättenschweiler.</strong></p>
<p>W: Guten Abend Herr Hättenschweiler, Wurfing hier. Es tut mir leid, dass Sie so lange nichts mehr von mir gehört haben, doch die letzten drei Wochen waren wieder einmal die Hölle. Danke nachträglich für Ihre Illustrations-Vorschläge, wir haben sie uns genau angeschaut.</p>
<p><strong>H: Schön (klemmt den Hörer zwischen Ohr und seine telefonerprobte Schulter und greift sich Notizmaterial)&#8230;, ich hoffe sie entsprachen Ihren Vorstellungen. </strong></p>
<p>W: Leider nicht so ganz, wir hatten uns ein wenig etwas – wie soll ich sagen – etwas Künstlerischeres vorgestellt.</p>
<p><strong>H: Ah, „künstlerischer“, können Sie mir vielleicht etwas genauer beschreiben, was Sie an den Illustrationen störte? </strong></p>
<p>W: Ja, wie soll ich sagen&#8230;, ich hatte aufgrund Ihres Portofolios auf der Homepage einfach das Gefühl, dass Sie ein wenig kreativer sind.</p>
<p><strong>H: Ah, „kreativer“. Aber wir hielten doch bei unserer letzten Besprechung fest, dass bei Ihrem Lehrbuch vor allem der didaktische Aspekt im Vordergrund steht. Klar und einfach sollten die Illus sein, die Konturen der Judo-Kämpfer so gut wie möglich sichtbar.</strong></p>
<p>W: Ja schon, das stimmt, das sind sie ja auch. Doch Ihr Plakat fürs Novemberschreiben, die Rotkäppchenidee für den Waldparty-Flyer, die Briefmarke vom Presley oder Ihre illustratorische Hommage an den Bukowski – da merkt man, dass ein Künstler dahinter steckt. Aber die Illustrationen für unseren Klub&#8230;</p>
<p><strong>H: Aber bei Ihrem Lehrbuch geht es doch nicht um mich oder meine Grafik, sondern darum, dass Ihre Schüler den Inhalt packen. Ich glaube nicht, dass sie zufrieden wären, wenn ich Ihnen einen 50-seitigen Waldparty-Flyer vorlegen würde. </strong></p>
<p>W: Ja, ja, ich weiss schon. Doch ich hätte mir bei Ihnen einfach ein wenig mehr Freakpotenzial gewünscht.</p>
<p><strong>H: „Freakpotenzial“, aha, Sie meinen bis in alle Nacht vor dem Kraftbuch brüten bis der Apfel in der Iris leuchtet, stundenlanges Rumturnen in Grafikprogrammen bis die Beugesehne des Zeigefingers beinahe reisst. Dazu natürlich tonnenweise Aufrührkaffee und Nikotin; keine Anrufe, das soziale Umfeld inexistent – der Kopf allein bei den Judo-Illustrationen des Klubs Äggeriswil. Ist es das, was Sie meinen, Herr Wurfing?</strong></p>
<p>W: Einfach ein bisschen freakiger halt! Wir bei uns im Judoklub sind auch so. Da wird trainiert bis die Glieder brechen. Geld spielt für uns keine Rolle; wir trainieren, weil es nun Mal nichts Schöneres gibt als einen guten Wurf auf die Matte. Das sollte bei einem richtigen Grafiker doch ähnlich sein, oder?</p>
<p><strong>H: Mit dem „Freakpotenzial“ alleine kann ein Grafiker seine Wohnung nicht warm halten, Herr Wurfing.</strong></p>
<p>W: Ja, ich weiss schon, aber trotzdem&#8230;</p>
<p><strong>H: Gut, ich schlage vor, dass ich Ihnen bis Mitte nächster Woche nochmals einen neuen Entwurf schicke. </strong></p>
<p>W: Mir wäre bis übermorgen lieber, bis dann möchten wir uns nämlich endgültig für einen Illustrator entscheiden.</p>
<p><strong>H: Für einen Illustrator entscheiden? Sie haben mir den Auftrag bereits bestätigt. </strong></p>
<p>W: Ja schon, ich weiss, aber wir wollten uns einfach noch alle Optionen frei halten. Die Basis für unsere Zusammenarbeit hat sich dadurch aber nicht verändert.</p>
<p><strong>H: Wissen Sie was Herr Wurfing, stecken Sie sich Ihre Basis und das Lehrbuch sonst wohin. Morgen schicke ich Ihnen die Rechnung für die bereits geleistete Arbeit. Zuvor scheisse ich Ihnen aber noch ins Couvert – „merda d`artista“, Künstlerkot im Papierumschlag, 2009, 25`000.- das Stück, Sie verstehen schon Herr Wurfing, „Freakpotenzial“ und so.</strong></p>
<p>Eine frei imaginierte Episode eines Texters, angestossen durch eine Erzählung eines befreundeten Grafikers. An einem verregneten Freitag Abend bei Falafel und Schwarztee am Barfüsserplatz in Basel.<br />
<strong><br />
Samuel Schlaefli (Text) </strong>ist freischaffender Journalist und Texter in Basel. Er arbeitet regelmässig zusammen mit Manuel Castellote an „Herzensprojekten“, wie zuletzt an <a href="http://www.lesinstants.ch/">www.lesinstants.ch</a></p>
<p><strong>Manuel Castellote (Illustration) </strong>ist gelernter Grafiker, lebt und arbeitet in Bern. Er freut sich immer über Inputs, Anregungen und natürlich: Aufträge. Kontakt:  <a href="http://www.manuele.ch/">www.manuele.ch</a></p>
<p>textin März 2009<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Eike und die heilige Pecunia</title>
		<link>http://www.textin.ch/eike-und-die-heilige-pecunia-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 12:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha Erni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Texter-Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[freischaffender Texter]]></category>
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		<category><![CDATA[Honorar]]></category>

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		<description><![CDATA[Für einen Schweizer untypisch spreche ich heute einmal DAS Tabu-Thema überhaupt an: Geld. Etwas typischer für einen Schweizer werde ich allerdings keine konkreten Zahlen nennen, sondern möchte mich lieber auf etwaige Fallstricke konzentrieren. Nun denn: Was muss ein freischaffender Texter in Sachen Honorar beachten? Zuerst einmal genau das – es handelt sich um ein Honorar, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für einen Schweizer untypisch spreche ich heute einmal DAS Tabu-Thema überhaupt an: Geld. Etwas typischer für einen Schweizer werde ich allerdings keine konkreten Zahlen nennen, sondern möchte mich lieber auf etwaige Fallstricke konzentrieren. Nun denn:<span id="more-22"></span></p>
<p>Was muss ein freischaffender Texter in Sachen Honorar beachten?</p>
<p>Zuerst einmal genau das – es handelt sich um ein Honorar, nicht um einen Lohn. Man kann es auch „Vergütung“ nennen, wenn man Fremdwörter nicht mag, aber man sollte sich Begriffe wie „Stundenlohn“ in Offerte und Rechnung verkneifen.</p>
<p>Sobald von einem „Lohn“ die Rede ist, werden gewisse offizielle Stellen hellhörig. Die Schweizer SVA zum Beispiel kann dieses Wort bei Selbständigen nicht ausstehen, vermutet sie doch dann eine so genannte „Scheinselbständigkeit“ statt einen wirklich unabhängigen Beruf. Im schlimmsten Fall folgt eine Buchprüfung beim Kunden. Nicht schön. Ähnlich sieht es die deutsche Künstlersozialkasse. Kurz gesagt: Angestellte erhalten Lohn. Freischaffende Texter erhalten ein Honorar. Wie Hausärzte oder Rechtsanwälte. Nur mit weniger Prestige, dafür mit mehr Kaffee und Kippen.</p>
<p>Aber wie viel soll man denn für die verschiedenen Texter-Tätigkeiten verlangen? Fachverbände und Gewerkschaften, besonders in Deutschland, veröffentlichen jährlich Honorarspiegel und -Empfehlungen für Selbständige. Ergo: Nachlesen. Aber ich höre Euch schon sagen: „Die Werte sind dann doch nur für Deutschland!“ Nö, denn die typischen Honorare für „deutsche“ Texterarbeiten gelten – meiner Erfahrung nach – auch in der Schweiz als angemessen. Und umgekehrt.</p>
<p>Wobei, „angemessen“ … Besonders wenn man mit kleineren Firmen zu tun hat, wird man sein blaues Wunder erleben. Nicht selten konfrontieren einen dann aufgerissene Augen, bleiche Wangen oder – am häufigsten – entrüstete Lachkrämpfe. Und das liegt vorwiegend an Eike.</p>
<p>Eike ist die Nemesis der Freelancer. JEDER Freischaffende hat schon von Eike gehört:</p>
<p>„Och, mein Neffe studiert Informatik, der kann mir die Website für € 300 bauen. Weshalb wollen Sie dann € 3.000 dafür?“</p>
<p>„Sind Sie noch bei Trost? Mein Schwager hat einen Bekannten der einen Freund hat, und dessen Tochter, ja, die entwirft mir das für 20 Franken die Stunde!“</p>
<p>Egal, ob es um Photographie, Text, Graphik oder Webdesign geht – Eike ist allgegenwärtig. Eike ist oft Student/in, lebt noch bei den Eltern und arbeitet schwarz. Manchmal will sich Eike gerade selbständig machen und denkt, mit Dumping-Preisen komme man endlich an die ersten Kunden. Und drückt damit ungewollt die Honorare aller Kollegen – Eike ist ja nicht Satan, nur etwas naiv.</p>
<p>Freischaffende müssen einen gewissen Stundensatz verlangen, um über die Runden zu kommen. Denn sie zahlen Sozialversicherung, Altersvorsorge, Unfallversicherung, Arbeitsgeräte, Erwerbsausfallversicherung (Selbständige erhalten kein Arbeitslosengeld) und so weiter selbst. Und können nur selten 40 Stunden pro Woche verrechnen, auch wenn sie bis zu 80 Stunden arbeiten. Denn sie müssen sich ja auch um Akquisition und Administration kümmern. Das zahlt niemand auf Stundenbasis.</p>
<p>Und dann kommt Eike vorbei und erledigt den Job so nebenbei für € 10/h. Und die echten Freischaffenden dürfen dem Auftraggeber erklären, weshalb sie so viel teurer sind …</p>
<p>Genau, niemand mag Eike. Ausser extrem knausrige Kunden.</p>
<p>Wie als Freischaffender mit Eike umgehen? Die meisten meiner Kollegen antworten auf Eike-Kommentare von potentiellen Auftraggebern: [Freundlich] „Oh, fein! Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Eike. Es würde mich freuen, wenn Sie mir dann das Ergebnis zeigen.“ Und manchmal ist es dann so, dass ein halbes Jahr später die Firma wieder anruft, weil die Website katastrophal ausgefallen ist und sie jetzt doch lieber dich hätten …</p>
<p>Ist klar: Ein Jungtexter kann schlecht den höchsten Stundensatz verlangen, den man in Honorarspiegeln findet. Aber nur sehr, sehr selten sollte der eigene Satz massiv unter den Mindest-Empfehlungen liegen. Des Freelancers bestes Werbemittel ist nun mal die Mund-zu-Mund-Propaganda. Und ist es wirklich erstrebenswert, dass der erste zufriedene Auftraggeber seinen Freunden von dir erzählt, weil du so schön „billig“ bist? Wie will man dann mit gutem Gewissen bei Kunde B endlich ein vernünftiges Honorar verlangen?</p>
<p>Mit Dumping wird man schnell selbst zum Eike. Und auch wenn ich den Namen mag – das wird sich wohl wirklich niemand zum Lebensziel machen wollen, oder?</p>
<p><em>(Ich entschuldige mich bei allen Lesern, die Eike heissen oder eine/n Eike kennen. Aber mir fiel auf die Schnelle kein anderer Name ein, den man sowohl für Männlein als auch Weiblein verwenden kann …)</em></p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/a1a65445dbb4f7bcb21bd935c0c697" width="1" height="1" alt="" /></p>
<p>Zum Autor: Sascha Erni wurde 1975 im Aargau geboren. Mittlerweile lebt er allerdings als freischaffender Texter und Autor in Niedersachsen. <a href="http://www.nggalai.com/">www.nggalai.com</a></p>
<p>Textin März 2009<br />
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