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	<title>Textin &#187; Schreiben und Alltag</title>
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	<description>Das Magazin der Schreibszene Schweiz</description>
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		<title>Marketing, Buchprojekte und Ghostwriter</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 10:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marketing & Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Heini]]></category>
		<category><![CDATA[Büchermacher]]></category>
		<category><![CDATA[Buchprojekte]]></category>
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		<category><![CDATA[Ghostwriter]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut W. Rodenhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing für Macher]]></category>
		<category><![CDATA[mehr Butter aufs Brot]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibenlassen]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Bruno Heini und Helmut W. Rodenhausen zum Buch &#8220;Mehr Butter aufs Brot – Marketing für Macher&#8221; – und zum Thema Ghostwriting. Autoren und auch Texterinnen kommen früher oder später mit Marketing in Berührung. Wie akquiriere ich erfolgreich Textaufträge? Wie mache ich Leser/innen auf mein Buch aufmerksam? Und was bitteschön ist Mediamix? textín hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Bruno Heini und Helmut W. Rodenhausen zum Buch &#8220;Mehr Butter aufs Brot – Marketing für Macher&#8221; – und zum Thema Ghostwriting.<span id="more-384"></span></p>
<p><strong>Autoren und auch Texterinnen kommen früher oder später mit Marketing in Berührung. Wie akquiriere ich erfolgreich Textaufträge? Wie mache ich Leser/innen auf mein Buch aufmerksam? Und was bitteschön ist Mediamix? textín hat den Autor und auch seinen Coach  interviewt.</strong></p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Herr Heini, Sie haben ein Buch zum Thema Marketing geschrieben. Warum gerade zu diesem Thema?</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-386" title="bruno_heini" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/07/bruno_heini.jpg" alt="" width="166" height="246" />Bruno Heini: </strong>Ich erkannte eine riesige Lücke im Marketingbereich für kleine und mittlere Unternehmen. Diese stellen immerhin weit über 90% der Unternehmen in der Schweiz. Von den Tausenden von Marketingbüchern im Markt ist keines auf diese KMU ausgerichtet. Alle zielen auf grosse Unternehmen. Das vorliegende Buch ist das erste seiner Art. Es erklärt jedem Kadermitarbeiter, wie es mehr seiner Produkte oder Dienstleistungen verkauft und gleichzeitig höhere Preise dafür erzielt. Es ist zu 100% auf die Bedürfnisse eines KMU ausgerichtet. Mit vielen Umsetzungsmöglichkeiten im Tagesgeschäft. Dann geht es aber weit über die klassische Marketinglehre hinaus. Es zeigt auch, wie ein Unternehmen zu freundlichen Mitarbeitern kommt. Aber auch, wie man neue Kunden findet und sie dann bei der Stange hält. Es erklärt im Weiteren, wie man einzigartige Produkte entwickelt. Und es erklärt, wie man sein Unternehmen für Banken interessant macht und wie man sein Image verbessert. Oder auch, wie man erfolgreich verhandelt. Denn was nützt die beste Kalkulation, wenn man dann vor dem Kunden seine Preise nicht durchzusetzen vermag.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Das Buch ist ein gutes Nachschlagewerk zum Thema Marketing, verständlich geschrieben und übersichtlich. Ist das ein Buch für Studierende, oder können zum Beispiel Texter und Autorinnen auch von der Lektüre profitieren?</p>
<p><strong>Bruno Heini:</strong> Es ist für Praktiker gedacht. Denn das Erstellen eines Textes ist das Eine. Aber wie kommt der Texter überhaupt zu einem Auftrag? Und wie erreicht er eine angemessene Bezahlung? Fragen, die jeden Texter bewegen. Und genau solche Fragen beantwortet dieses Buch.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Nach welchen Kriterien haben Sie das Design des Buches gewählt? Sie haben keinerlei Bildmaterial oder Grafiken verwendet. Das Format ist mit beinahe 27 cm grösser als andere Sachbücher.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-299" title="BHEINI_Buchcover_114" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/04/BHEINI_Buchcover_114.jpg" alt="" width="114" height="184" />Bruno Heini: </strong>Das Buch ist mit rund 500 Seiten sehr umfangreich. Halt einfach deshalb, weil die ganzen Marketingzusammenhänge sehr weitreichend sind. Zusätzliche Grafiken hätten den Umfang gesprengt. Dafür ist es angereichert mit unterhaltsamen und treffenden Beispielen aus der Praxis.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Unsere Leser/innen interessiert immer sehr, wie lange die Produktion eines Buches dauert. Ist das Buch ein Lebenswerk – oder ist es innerhalb eines Jahres entstanden?</p>
<p><strong>Bruno Heini: </strong>Ursprünglich war eine Entstehungsdauer von 18 Monaten angedacht. Meine Ansprüche stiegen während des Schreibens, so dass innert 5 Jahren rund 900 Seiten entstanden. Unter meinem Coach Helmut W. Rodenhausen entstand dann ein in sich geschlossenes Lesebuch von 500 Seiten.</p>
<p><strong>Fatima Vidal:</strong> Sie haben Helmut W. Rodenhausen, einen Coach und Ghostwriter, engagiert. Wo wird man fündig, wenn man als Sachbuchautor einen Coach oder Ghostwriter sucht?</p>
<p><strong>Bruno Heini: </strong>Vermutlich wäre ich über das Internet auf Herrn Rodenhausen gestossen, hätte ich ihn nicht zufällig vorher an einer Party kennengelernt.<br />
<strong><br />
Fatima Vidal: </strong>Erst kürzlich war der Film &#8220;Der Ghostwriter&#8221; in den Kinos zu sehen. Herr Rodenhausen, leben Ghostwriter gefährlich?</p>
<p><strong>Helmut W. Rodenhausen: </strong>Auf jeden Fall. Ich bin immer nur mit Schussweste unterwegs (lacht). Nein, meine &#8220;Gefahr&#8221; besteht höchstens darin, den richtigen Ton nicht zu treffen oder die Endtermine verschieben zu müssen.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Wie finden Ghostwriter ihre Kunden?</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-385" title="helmut_w_rodenhasuen_237" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/07/helmut_w_rodenhasuen_237.jpg" alt="" width="157" height="86" />Helmut W. Rodenhausen: </strong>Ghostwriter werden vielleicht, mehr noch als andere Dienstleister, persönlich empfohlen. Das ist also eine Frage des Netzwerkes. Immer zentraler wird es auch, im Internet schnell auffindbar zu sein, wenn der Begriff des &#8220;Schreibenlassens&#8221; gesucht wird. Manchmal gehe ich auch mit Buchideen direkt auf jemanden zu, wenn ich meine, dass es bei dieser Person ein Bedürfnis anregen könnte.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Ghostwriter schreiben oft Biografien, öffentliche Reden oder Sachbücher für andere Leute. Wie ist das, wenn man auf den Werken, die man geschrieben hat, nicht erwähnt wird?</p>
<p><strong>Helmut Rodenhausen: </strong>Die Ausgangslage ist ja allen klar. Ich schreibe für einen Auftraggeber. Der Auftraggeber ist der Autor oder Herausgeber – oder der Redner, der im Scheinwerferlicht steht. Von daher ist das für mich noch nie ein bedeutsamer Punkt gewesen. In der Regel entsteht Ghostwriting bei einem Buch ohnehin aus einer engen Zusammenarbeit. Manchmal ist am Schluss nicht mehr klar, wer zu welchem Abschnitt mehr beigetragen hat.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>Sie sind Texter und mit EDIZIO helfen Sie Büchern anderer Autoren auf die Welt. Was genau kann ich mir unter Ihrer &#8220;Werkstatt für Buchprojekte&#8221; vorstellen?</p>
<p><strong>Helmut Rodenhausen:</strong> Es gibt zahlreiche Persönlichkeiten, die ausgezeichnet erzählen können, aber weniger gut schreiben. Viele dieser Menschen haben in ihrem Leben Erstaunliches vollbracht. Andere haben enorme Widerstände gemeistert. Wieder andere waren hautnah Zeitzeuge von historischen Ereignissen. All das ist es Wert, in einem Buch festgehalten zu werden. Ich begleite meine Klienten von der ersten Buchidee bis zum fertig realisierten Buch, also bis die Paletten mit den 100&#8217;000 Büchern (lacht) zum Kunden kommen.</p>
<p><strong>Fatima Vidal: </strong>E-Books sind im Vormarsch. Was meinen Sie, wird das Papierbuch vom Markt verschwinden?</p>
<p><strong>Helmut Rodenhausen:</strong> Dazu gibt es zwei Antworten: Ja. Das Papierbuch wird insofern vom Markt verschwinden, als dass es keinen solchen Büchermarkt wie bisher mehr geben wird. Die Parallele zum Musikvertrieb und zu Platten- bzw. CD-Läden ist gross. Die zweite Antwort ist: Nein. Das Buch als Liebhaberobjekt, vielleicht sogar als Spezial- und Einzelanfertigung, wird bestehen und neue Verbreitung finden. Gehen Sie zurück ins Mittelalter. Die ersten Buchdrucker haben keine Bücher geliefert. Die Bögen wurden gedruckt und gefalzt. Der Auftraggeber war dann selbst dafür besorgt, wie sein Buch illustriert, mit Initialen versehen und ausgestattet wurde. Die einen hatten Geld für Ledereinband und Goldprägung. Die anderen liessen gebrauchte Einbände wiederverwerten. Der heute oft benutzte Begriff &#8220;Book on demand&#8221; wurde schon damals praktiziert.</p>
<p>Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p>Bruno Heini ist Unternehmer, Sachbuchautor und Dozent zum Thema Marketing (<a href="http://www.mehrbutteraufsbrot.ch" target="_blank">www.mehrbutteraufsbrot.ch</a>).</p>
<p>Helmut W. Rodenhausen ist Ghostwriter, Buchcoach und Redenschreiber (<a href="http://www.edizio.com" target="_blank">www.edizio.com</a>).</p>
<p>Das Interview hat Fatima Vidal geführt (<a href="http://www.schreibszene.ch" target="_blank">www.schreibszene.ch</a>).</p>
<p>Datum: 26. Juli 2010<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, kopieren verboten</p>
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		<title>Autorinnen und Autoren vereinigt euch!</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 10:56:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Froehling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlichen]]></category>
		<category><![CDATA[AdS]]></category>
		<category><![CDATA[Autorinnen und Autoren der Schweiz]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz ging 2002 aus dem Zusammenschluss der Gruppe Olten mit dem Schweizerischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverband hervor. textín zeigt auf, was der relativ junge Berufsverband alles leistet und wie Autorinnen und Autoren von ihm profitieren können. Das Büro in einem Gebäude hinter dem Zürcher Hauptbahnhof könnte ein ganz gewöhnliches Büro [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz ging 2002 aus dem Zusammenschluss der Gruppe Olten mit dem Schweizerischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverband hervor. textín zeigt auf, was der relativ junge Berufsverband <span id="more-234"></span>alles leistet und wie Autorinnen und Autoren von ihm profitieren können.</em></p>
<p>Das Büro in einem Gebäude hinter dem Zürcher Hauptbahnhof könnte ein ganz gewöhnliches Büro sein – irgendeiner Agentur vielleicht oder die Verwaltungsräume eines KMU. Wären da nicht die Bücher. Es sind Hunderte, wenn nicht Tausende Bände, alphabetisch eingeordnet nach Autorinnen- und Autorennamen sowie nach Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch und Englisch sowie weiteren der sogenannten fünften Landessprachen. Vom Fussboden bis zur Zimmerdecke nehmen die Regale zwei ganze Wände ein. Es sind die Romane, Erzähl- und Lyrikbände sowie die Übersetzungen der Mitglieder des Verbands Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS).</p>
<p>&#8220;Im Moment hat der AdS über neunhundert Mitglieder – also Autorinnen und  Autoren sowie literarische Übersetzerinnen und Übersetzer, die dem  Verband angeschlossen sind&#8221;, beantwortet Nicole Pfister Fetz meine  Frage, bevor ich sie stellen kann. Sie bittet mich am grossen  Sitzungstisch Platz zu nehmen und bietet mir einen Kaffee an.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-236" href="http://www.textin.ch/autorinnen-und-autoren-vereinigt-euch/ads_nicole_pfister/"><img class="size-full wp-image-236 alignleft" title="AdS_Nicole_Pfister" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/03/AdS_Nicole_Pfister.jpg" alt="" width="142" height="212" /></a></p>
<p><strong>Nicole Pfister Fetz</strong>, studierte Kunsthistorikerin mit breiter Berufserfahrung im Kultur- und Stiftungsbereich, ist die Geschäftsführerin des AdS und somit verantwortlich für die Aktivitäten des Verbands. Ausserdem vertritt sie ihn nach aussen in verschiedenen berufs- und kulturpolitischen Institutionen und Gremien. Sie wurde vor zweieinhalb Jahren vom Vorstand des AdS – rechtlich ein Verein – vorgeschlagen und von den Mitgliedern an einer Generalversammlung gewählt.</p>
<p>. . .</p>
<p><strong>Der Verband</strong></p>
<p>Der AdS versteht sich als Berufsorganisation und somit als Interessensvertretung für die Sprache und das literarische Schaffen und Übersetzen in allen Sprachregionen der Schweiz. &#8220;Wir engagieren uns für die Verbreitung der Literatur und auch für den Austausch zwischen Schreibenden sowie zwischen den literarischen Übersetzerinnen und Übersetzern&#8221;, sagt die aufgeweckte Zugerin. &#8220;Ausserdem setzen wir uns ein für optimale gesellschaftliche, kulturpolitische, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen unserer Mitglieder und so weit als möglich aller Autorinnen und Autoren.&#8221;</p>
<p>Das Engagement für die Urheberrechte sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der sozialen Sicherheit von Schreibenden sind drei der zentralen Anliegen des AdS. Der Verband erbringt aber auch verschiedene praktische Leistungen für seine Mitglieder. So führt er ein professionelles Sekretariat, organisiert verschiedene Vereinsaktivitäten, informiert über Aktualitäten und Grundlagenwissen und führt auf seiner Homepage (<a href="http://www.a-d-s.ch" target="_blank">www.a-d-s.ch</a>) ein Lexikon der Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart oder bemüht sich um Weiterbildungsmöglichkeiten für Schreibende. Auch übernimmt der AdS Koordination und Dienstleistungen für die Literatur- und Kulturbranche, indem er etwa die Organisation und das Sekretariat für den Studer/Ganz-Preis (<a href="http://www.studerganzstiftung.ch" target="_blank">www.studerganzstiftung.ch</a>) besorgt oder als Trägerin von Interplay Schweiz ein Förderprojekt für junge Theaterautorinnen und -autoren tatkräftig unterstützt. Auch das Präsidium und das Sekretariat des Vereins Suisseculture Sociale, der Träger eines Sozialhilfefonds für Schweizer Künstlerinnen und Künstler ist und sich zudem für einen weiteren Auf- und Ausbau der sozialen Absicherung der professionellen Kulturschaffenden einsetzt, werden von der Geschäftsführerin beziehungsweise einer Sekretariatsmitarbeiterin des AdS betreut. Darüber hinaus macht sich der Verband ganz generell für eine vielfältige Kulturlandschaft stark. &#8220;Zum Beispiel haben wir neulich die Gründung des Vereins &#8216;Musée Imaginaire de Migration (MIM)&#8217; initiiert, der einen Beitrag zum Thema Migration in Form einer Publikationsreihe mit begleitenden Veranstaltungen leisten möchte – eine Idee zweier AdS-Mitglieder&#8221;, so Nicole Pfister Fetz.</p>
<p>. . .</p>
<p><strong>Bewegte (Vor-)Geschichte</strong></p>
<p>Der Verband mit Namen &#8220;Autorinnen und Autoren der Schweiz&#8221; existiert erst seit dem 12. Oktober 2002. An diesem Tag haben sich in Bern die Gruppe Olten und der Schweizerische Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverband (SSV) formell auf Ende 2002 aufgelöst, während gleichzeitig und in Anwesenheit von über 120 Schreibenden der neue Verband gegründet wurde.</p>
<p>Der Autor <strong>Francesco Micieli,</strong> gegenwärtig Präsident des AdS, zu den Beweggründen: &#8220;Für die meisten Mitglieder der beiden Organisationen war die Zeit reif für die Gründung eines neuen <a rel="attachment wp-att-242" href="http://www.textin.ch/autorinnen-und-autoren-vereinigt-euch/ads_francesco_micieli/"><img class="alignleft size-full wp-image-242" title="AdS_Francesco_Micieli" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/03/AdS_Francesco_Micieli.jpg" alt="" width="184" height="253" /></a>und einzigen Verbandes. Die Unterschiede in der Haltung und in den Leistungen von SSV und Gruppe Olten waren in den Augen vieler Autorinnen und Autoren nicht mehr so gross, dass ein Zusammengehen nicht mehr denkbar gewesen wäre. Ich muss gestehen, dass  ich als Mitglied der Gruppe Olten lange gebraucht habe, um mich überzeugen zu lassen. Ich befürchtete einen Verlust der politischen Dimension. Ich hing an der Idee, die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern zu wollen. Heute bin ich der Meinung, dass Autorinnen und Autoren mit einem grossen Verband mehr Möglichkeiten und auch mehr Macht haben, um sich in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen.&#8221; Eine Zusammenfassung der Hintergründe ist auf der Homepage des AdS nachzulesen. Ausserdem erschien 2003 unter dem Titel &#8220;Abschied von der Spaltung/Fin d’une division&#8221; im Rotpunkt Verlag eine geschichtliche Aufarbeitung des SSV und der Gruppe Olten in Buchform (<a href="http://www.rotpunktverlag.ch" target="_blank">www.rotpunktverlag.ch</a>).</p>
<p>. . .</p>
<p><strong>Wer kann Mitglied werden?</strong></p>
<p>Laut Statuten des AdS können all jene Autorinnen und Autoren Mitglied des Verbands werden, &#8220;die sich literarisch (fiktional oder nicht-fiktional) betätigen&#8221;. Ausserdem muss ihre Tätigkeit &#8220;den professionellen Gepflogenheiten entsprechend geregelt sein&#8221;. Das hiesse nichts anderes, als dass ein Autor oder eine Autorin einen nach professionellen Kriterien verfassten Verlags- oder Hörspielvertrag vorweisen muss – also folgt der Vorstand bei den Aufnahmeverfahren rein objektiven Kriterien und keinerlei literarischen Beurteilung&#8221;, erklärt Geschäftsführerin Nicole Pfister Fetz. Eine weitere Bedingung für die Aufnahme sind mindestens eine Buchveröffentlichung, eine Sendung eines Hör- oder Fernsehspiels, ein Szenario oder Drehbuch eines aufgeführten Bühnenstückes oder eines vorgeführten Films oder eben die ausgewiesene Tätigkeit als Literarische Übersetzerin oder Übersetzer.</p>
<p>Alle Schreibenden, die die Bedingungen für eine sogenannte &#8220;ordentliche Mitgliedschaft&#8221; nicht in allen Punkten erfüllen, können vom Vorstand als &#8220;assoziierte Mitglieder&#8221; aufgenommen werden, sie haben jedoch keinen Anspruch auf die finanziellen Leistungen des Verbands.  &#8220;Momentan sind etwa 50 Personen assoziierte Mitglieder&#8221;, so Nicole Pfister Fetz. &#8220;Sie profitieren vom Netzwerk des Verbands, können Beratung einholen und werden regelmässig über die Aktivitäten des Verbands informiert.&#8221;</p>
<p>Eigentlich lüden die Bücher im AdS-Büro zum Verweilen ein, doch der Kaffee ist längst ausgetrunken und die Geschäftsführerin des Verbands ist eine viel beschäftigte Frau – die nächste Besprechung steht an: Steuergruppe des Bundesamtes für Kultur für eine koordinierte Buch- und Literaturpolitik. Ohne Zweifel ein wichtiges Thema für uns Autorinnen und Autoren. Wie alle Themen, mit denen sich der AdS beschäftigt.</p>
<p>. . .</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-237" href="http://www.textin.ch/autorinnen-und-autoren-vereinigt-euch/ads_frohling/"><img class="alignleft size-full wp-image-237" title="AdS_Fröhling" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/03/AdS_Fröhling.jpg" alt="" width="101" height="152" /></a>Simon Froehling </strong>lebt als freier Autor und Übersetzer in Zürich. Seine Theaterstücke wurden in diversen Städten der deutschsprachigen Schweiz sowie in Augsburg, Berlin, Hildesheim und Melbourne aufgeführt. Im Frühjahr 2010 erschien mit &#8220;Lange Nächte Tag&#8221; sein erster Roman im bilgerverlag. Er ist Mitglied des AdS sowie der Zürcher AutorInnenvereinigung index (<a href="http://www.wortundwirkung.ch" target="_blank">www.wortundwirkung.ch</a>).</p>
<p>. . .</p>
<p><strong>Die wichtigsten Leistungen des AdS</strong></p>
<ul>
<li>Honorarzuschüsse und Weiterbildungsbeiträge: Der AdS entrichtet Weiterbildungsbeiträge und spricht Zuschüsse an Honorare für öffentliche Lesungen, die nicht angemessen entlöhnt werden konnten. Dasselbe gilt für Honorare für Veröffentlichungen in professionellen Literaturzeitschriften und, unter Umständen, auch für Buchveröffentlichungen. Anspruch auf diese Leistungen haben alle Mitglieder, deren Einkommen eine gewisse Grenze nicht überschreitet.</li>
</ul>
<ul>
<li> Musterverträge: Auf der Basis der Musterverträge hat der AdS praktische Ratgeber für Vertragsverhandlungen erstellt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Rechtshilfe: Bei problematischen Verhandlungen stellt der AdS seinen Mitgliedern eine Vertrauensanwältin für die berufliche Vertretung zur Verfügung.</li>
</ul>
<ul>
<li>Antennes Latines: Der AdS unterhält zwei Antennen in den lateinischen Sprachregionen, die für Probleme und allgemeine Fragen des literarischen Lebens in der entsprechenden Region zur Verfügung stehen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Grundlagenberatung: Das Sekretariat gibt im Rahmen seiner Möglichkeiten Auskunft über Verlagsadressen, berät die Schreibenden im Umgang mit Verlagen, Theatern und Medien und ist bemüht, Informationen zu allen Fragen im Zusammenhang mit beruflichem Schreiben zu besorgen und geeignete Kontakte zu vermitteln.</li>
</ul>
<ul>
<li>Soziale Unterstützung: In Not geratenen Mitgliedern steht der AdS finanziell und praktisch so weit als möglich zur Seite.</li>
</ul>
<ul>
<li>Schreiborte: Der AdS stellt seinen Mitgliedern günstige Schreiborte zur Verfügung, gegenwärtig in Form je einer Wohnung in Paris und Wien.</li>
</ul>
<ul>
<li>Dreimal jährlich erscheint das Info-Bulletin des AdS. Auszüge davon finden sich auf der Homepage.</li>
</ul>
<ul>
<li>Lexikon: Im elektronischen Lexikon des AdS sind Mitglieder und Nichtmitglieder verzeichnet.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.a-d-s.ch" target="_blank">www.a-d-s.ch</a></p>
<p>. . .</p>
<p><strong>Stimmen zum AdS</strong></p>
<p>&#8220;Es gibt keinen anderen Verein oder Verband, dem ich mich so sehr verbunden fühle wie dem AdS. Mit dem AdS ist es uns gelungen, Strukturen des &#8216;Kalten Krieges&#8217; aufzulösen und einen geeinten Berufsverband der Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu bilden. Die Schaffung einer nationalen Ausbildungsstätte für literarische Autorinnen und Autoren ist massgeblich dem AdS zu verdanken: Vom schweizerischen Literaturinstitut gehen bereits nach wenigen Jahren Betrieb wichtige Impulse für die Literatur aus. Es ist entlastend zu wissen, dass sich der AdS an zahlreichen Stellen dieser föderalen Schweiz für die gesellschaftliche Besserstellung und soziale Absicherung der Autorinnen und Autoren einsetzt. Darüber hinaus bietet der AdS die Möglichkeit zur Bildung von Untergruppen, zum Beispiel die Gruppe Dramatik, in denen auch das Gespräch über Texte und Schreibprozesse geführt werden kann.&#8221;</p>
<p><strong>Guy Krneta</strong>, Dramatiker und Spoken-Word-Autor</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;Der AdS setzt sich ein für all das, was Autorinnen und Autoren zum Leben und Überleben brauchen, worum sie sich aber oft nicht kümmern mögen: soziale Sicherheit, anständige Lesehonorare und Verträge, für eine kohärente Buchpolitik, die die ganze Kette von der Produktion bis zur Rezeption bedenkt, begleitet und stärkt. Ein Verband ist nur so gut, wie die Köpfe, die ihn führen und prägen. Der AdS ist in dieser Hinsicht ein Glücksfall: seine Kompetenz und sein Weitblick über die Branche hinaus sind mir auch als Präsidentin von Suisseculture Ansporn und Verpflichtung.&#8221;</p>
<p><strong>Ruth Schweikert</strong>, Autorin und Präsidentin von Suisseculture, dem Dachverband der professionellen Kulturschaffenden in der Schweiz</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;Wenn wir Autorinnen und Autoren zu Lesungen eingeladen werden, finde ich es aus Fairnessgründen unerlässlich, dass wir bei den Verhandlungen über das Honorar bei der Vorgabe des AdS ansetzen. Wenn ein Veranstalter den empfohlenen Ansatz nicht entrichten kann, aber das vom AdS geforderte Mindesthonorar bezahlt, stockt der Verband das Honorar auf. Davon profitiere ich gerne, ich möchte nicht auf Lesungen verzichten müssen, weil der Veranstalter wenig finanziellen Spielraum hat, schliesslich setzt er sich für unsere Bücher ein und ich freue mich, dass der AdS ihn und damit auch uns Schreibende unterstützt. Ganz generell ist es sehr angenehm und hilfreich, mit dem AdS eine Anlaufstelle für viele Fragen rund ums Schreiben zu haben – eine Verbandsheimat sozusagen.&#8221;</p>
<p><strong>Tania Kummer</strong>, Autorin</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;J’apprécie tout particulièrement les rencontres d&#8217;auteurs que l&#8217;AdS organise environ quatre fois par an. C&#8217;est l&#8217;occasion d&#8217;échanger des informations, de se tenir au courant des progrès et des réflexions de nos collègues et d’apprendre ou en est le paysage littéraire romand. Ce sont toujours de bons moments, conviviaux et sympathiques et on y apprend toujours quelque chose. Entre les rencontres, nous avons l&#8217;occasion d&#8217;échanger et de nous tenir au courant de nos événements respectifs au travers du forum de discussion, qui est tout nouveau mais déjà pas mal visité!&#8221;</p>
<p><strong>Nicolas Couchepin</strong>, Autor und Antenne Romande des AdS</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;Der AdS ist wichtig für mich: weil er Lobby-Arbeit für Autorinnen und Autoren betreibt. Und Kulturpolitik. Weil er mir den Rücken stärkt, weil er mir geholfen hat, mich zu professionalisieren, zu positionieren, für praktische, existenzielle und politische Fragen im Umfeld des Schreibens zu sensibilisieren. Weil ich die Menschen, die dort tätig sind, sehr schätze. Weil ich über den AdS Kontakte geschlossen habe, für die ich sehr dankbar bin.&#8221;</p>
<p><strong>Ulrike Ulrich,</strong> Autorin</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;Lange haben die Literarischen Übersetzer – und die Übersetzerinnen auch, natürlich! – ein richtiges Schattendasein geführt. Jeder in seiner Ecke. Irgendwo nirgendwo. Dank der Initiative von Gilbert Musy sind wir heute in den Verband der Autorinnen und Autoren integriert, was uns in vieler Hinsicht den Rücken stärkt: Wir sind gewissermassen anerkannte Mitglieder der schreibenden Zunft und können, u. a. dank des gemeinsam mit dem AdS ausgearbeiteten Mustervertrags, unsere Rechte besser wahrnehmen.</p>
<p>Dass sich der AdS heute aktiv daran beteiligt, das Literarische Übersetzen zum Thema öffentlicher Veranstaltungen zu machen – wie dieses Jahr am Symposium für Literarische Übersetzerinnen und Übersetzer in Bellinzona – ist sehr erfreulich. Der Austausch von Erfahrungen und Information unter Kolleginnen und Kollegen verbindet, die Vernetzung mit Institutionen wie Pro Helvetia, <a href="http://www.unil.ch/ctl" target="_blank">Centre de traduction littéraire </a>CTL, <a href="http://www.looren.net" target="_blank">Übersetzerhaus Looren</a>, die sich gegenwärtig ebenfalls sehr um das Literarische Übersetzen bemühen, ist dazu angetan, eine tragfähige Plattform für eine Berufsgruppe zu schaffen, die erst allmählich eine kollektive Identität entwickelt. Und – vielleicht?! – wird so doch irgendwann auch in einem breiteren Publikum ein Bewusstsein geweckt werden für das, was beim Übersetzen von Literatur aus einer Sprache in eine andere eigentlich geschieht. Es geschieht viel!&#8221;</p>
<p><strong>Yla M. von Dach</strong>, Übersetzerin</p>
<p>Datum: 17.03.2010<br />
Text: Simon Froehling<br />
Bilder: Simon Froehling<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Schreibrausch &#8211; Novemberschreiben</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 19:06:50 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[In 30 Tagen einen Roman schreiben. Kaum fallen die ersten Blätter von den Bäumen, überkommt sie eine innere Unruhe. Sie spitzen die Bleistifte, füllen die Vorratskammern mit Trockenbretzeln und starren auf die tickende Uhr, als ob sie es nicht erwarten könnten, dass die Tage kürzer, kälter und dunkler werden und es endlich November wird. Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In 30 Tagen einen Roman schreiben.<strong> Kaum fallen die ersten Blätter von den Bäumen, überkommt sie eine innere Unruhe. Sie spitzen die Bleistifte, <span id="more-109"></span>füllen die Vorratskammern mit Trockenbretzeln und starren auf die tickende Uhr, als ob sie es nicht erwarten könnten, dass die Tage kürzer, kälter und dunkler werden und es endlich November wird. </strong></p>
<p>Was im Jahr 2006 als Schreib-Event für ein paar wenige &#8220;Freaks&#8221; gedacht war, ist in den letzten Jahren zu einem schweizweiten Schreib-Anlass avanciert. Fatima Vidal erwartete bei der ersten Durchführung des Wettbewerbs ein paar wenige Teilnehmende. &#8220;Maximal 70 Personen machen mit&#8221;, war die damalige Prognose.</p>
<p>Die Idee, 30 Tage lang zu schreiben, bis die Tasten glühen, löste in der Schweiz eine gewaltige Schreibbegeisterung aus und brachte das Schreibszene-Büro an den Rand des Kollapses. Und so entstand die Bewegung, die heute das Novemberschreiben ausmacht. Ein Hilferuf der Organisatorin im Internet-Forum reichte aus, um Helferinnen und Helfer zu mobilisieren, die alle Fragen der &#8220;Neuen&#8221; beantworteten und so das Schreibszene-Büro massiv entlasteten.</p>
<p>Im Folgejahr war das Novemberschreiben gewappnet für die Schweizer Schreibbewegung. Im Jahr 2008 schrieben rund 500 Schreibbegeisterte mit. Mehrere Bücher, die dank des Novemberschreibens entstanden sind, wurden bereits veröffentlicht.</p>
<p>Das Geheimnis des Novemberschreibens ist die begrenzte Schreibdauer von 30 Tagen. Gefragt ist Quantität und nicht ein ausgefeiltes Konzept oder perfekte Sätze. Auch wenn einige Novemberschreibende strukturiert vorgehen, ist das nicht die Regel. Das Ziel, täglich zwei bis vier Seiten zu schreiben, zwingt die Teilnehmenden, einfach drauflos zu schreiben und die Überarbeitung auf später zu verschieben. Fehler sind erlaubt und der innere Kritiker wird in die Ferien geschickt. Kurz gesagt: durch das tägliche Schreiben kommt der (oft lange) blockierte Schreibfluss in Bewegung.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Fragen und Antworten zum Novemberschreiben</strong></p>
<p><strong>Was ist das Novemberschreiben?</strong></p>
<p>Das Novemberschreiben beginnt am 1. und endet am 30. November. Teilnehmende schreiben 30 Tage lang, was das Zeug hält.</p>
<p><strong>Was ist ein Schreibtreffen?</strong></p>
<p>Wer kurz vom Schreibtisch weg kann, trifft sich in regionalen Schreibtreffen. Ort und Zeit werden im Forum vereinbart. Im Internet-Forum treffen sich November-Autorinnen und -Autoren virtuell, unabhängig von Tag und Uhrzeit.</p>
<p><strong>&#8220;Ich bin erst 16&#8243; oder &#8220;Ich bin schon 90 Jahre alt&#8221; – darf ich auch mitmachen?</strong></p>
<p>Ja sicher, mitmachen können alle. Zu beachten sind die Vorgaben für die verschiedenen Kategorien.</p>
<p><strong>Woher stammt die Idee des Novemberschreibens?</strong></p>
<p>Es gibt diverse Vorbilder für diesen Anlass. Wir haben uns vom amerikanischen Novemberschreiben inspirieren lassen. Dort schreiben jedes Jahr im November Tausende von Autorinnen und Autoren mit.</p>
<p><strong>Wer liest Ende November meine Geschichte?</strong></p>
<p>Wir vom Novemberschreiben lesen keine Manuskripte und wir veröffentlichen auch keine Bücher. Mutige haben im Folgejahr die Möglichkeit, ihr Werk an einer der Lesungen in Luzern, Bern oder Zürich vorzustellen.</p>
<p><strong>Was kostet die Teilnahme am Novemberschreiben?</strong></p>
<p>Kinder und Jugendliche machen kostenlos mit. Erwachsene bezahlen einen kleinen Unkostenbeitrag von 25 Franken.</p>
<p><strong>Wer kontrolliert, ob Novemberschreibende mogeln?<br />
</strong>Wir sind keine Kontrolleure. Wer mogelt, betrügt nur sich selbst.</p>
<p><strong>Und was passiert, wenn ich schummle?<br />
</strong>Dann wächst dir eine lange Nase und du findest dich im Innern eines Walfisches wieder.</p>
<p><strong>Muss ich während des Schreibens online sein?</strong></p>
<p>Nicht unbedingt. Du kannst die Anzahl geschriebener Wörter auch einmal pro Woche vom Internetanschluss deiner Bibliothek aus in die Zählmaschine eintragen.</p>
<p><strong>Zu welchem Thema schreiben wir dieses Jahr?</strong></p>
<p>Das Thema ist frei wählbar, genauso wie das Genre.</p>
<p><strong>Darf ich meine Geschichte auch auf Russisch oder Andalusisch schreiben?<br />
</strong>Ja, unsere Zählmaschine ist international.</p>
<p><strong>Habe ich nach 30 Tagen wirklich einen Roman geschrieben? </strong><strong><br />
</strong>Falls du ein Genie bist, auf jeden Fall. Die meisten machen nach einer Pause von zwei, drei Monaten weiter und überarbeiten das Novemberschreiben, bis daraus ein Roman wird.</p>
<p>. . .</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Lesung in Zürich</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Novemberschreibende lesen aus ihren Werken</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Samstag, 24. Oktober 2009, 14.00 – 16.00 Uhr<br />
Helferei Grossmünster, Kirchgasse 13, 8001 Zürich</p>
<p>Eintritt frei/Kollekte<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>. . .<br />
</strong></p>
<p><strong>Ich mache mit, weil &#8230; </strong></p>
<p><strong>Aaron (U12):</strong> Das Novemberschreiben war für mich eine spannende Herausforderung, bei der man sich recht ins Zeug legen muss, um eine Goldmedaille zu ergattern.</p>
<p><strong>Maren:</strong> Ich mache mit, weil man nie weiss, was da oben noch drin ist.</p>
<p><strong>Stefan:</strong> Novemberschreiben &#8230;</p>
<p>&#8230; lässt mich übers Buchstabenmeer segeln. Neben mir die Muse. Sie lächelt mir zu. Wind im Haar. Hinten am Heck schaue ich verträumt den Sätzen nach, die langsam an Horizont verschwinden.</p>
<p><strong>Isabella:</strong> Glasige Augen, zitternde Hände, Herzklopfen, verzögerte Reaktion auf Ansprache und dann nichtssagende Antworten. Krank? Ja: das novembrige Schreibfieber! Wenn die Finger unzensuriert über die Tastatur fliegen und die Gedanken Loopings drehen dürfen. Suchtpotential: hoch! Ich bekenne mich als unheilbar November-Schreibsüchtige. Nachahmung wärmstens empfohlen!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Connie:</strong> Ich mache beim Novemberschreiben mit, weil ich schon lange ein Buch schreiben wollte und dies ein Ansporn für mich ist, damit anzufangen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Lovey</strong>: Ich mache wieder mit, weil ich letztes Jahr vor lauter Arbeiten, Umzugsstress und Beziehungsknatsch nur 23&#8217;000 Wörter geschafft habe. Dabei gibt es noch so viel zu schreiben zum Arbeitstitel: Meine Katzen, das Universum und ich. Und diesmal werde ich genügend Zeit haben!</p>
<p><strong>Sibylle:</strong> Ich mache mit, weil ich mir den November versüssen möchte, ohne von Schokolade dick zu werden – und weil ich es das letzte Jahr nur auf wenige Worte gebracht habe.</p>
<p><strong>Ina:</strong> Ich mache mit, weil man so einmal den Alltagstrott durchbrechen und in eine andere Welt abtauchen kann.</p>
<p><strong>Irene:</strong> Das Novemberschreiben war für mich 2007 und 2008 eine grosse Herausforderung, da ich neben einem Schulkind ein jüngeres Kind zu Hause hatte. So stand ich ein- bis zweimal die Woche frühmorgens um 4 Uhr auf, damit ich bis um 7 Uhr mein Schreibpensum erledigt hatte. Dies hat sich ausgezahlt. 2007 entwarf ich eine Liebesgeschichte, die ich 2008 überarbeitete. Leider schaffte ich es nicht ganz, und so warte ich sehnsüchtig auf diesen November. Ich freue mich schon jetzt darauf, mich gedanklich ganz in die von mir geschaffene Geschichte zu stürzen.</p>
<p><strong>Adrian:</strong> Ich mache mit, um meinen seit schon recht langer Zeit gehegten Traum eines selbst geschriebenen Buches zu erfüllen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Datum: 1. März 2010 (textín Oktober 2009)<br />
Text: Fatima Vidal / Novemberschreibende / Testimonials<br />
Bild: Manuel Castellote, www.manuele.ch<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Vom hellen Blitz der Perfektion getroffen?</title>
		<link>http://www.textin.ch/vom-hellen-blitz-der-perfektion-getroffen/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 19:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>textin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[über die Arbeit am literarischen Text]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Arbeit am literarischen Text. Manchmal gelingt einem ein Wurf. Manchmal wirft man mit Schwung einen Text in die Welt und er passt. Sofort. Und in jeder Hinsicht. In jedem Detail. An den meisten Texten jedoch muss man arbeiten. Muss daran feilen, sie auf Herz und Nieren prüfen. Wie sehr, das hängt natürlich auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p>Über die Arbeit am literarischen Text. Manchmal gelingt einem ein Wurf. Manchmal wirft man mit Schwung einen Text in die Welt und <span id="more-108"></span>er passt. Sofort. Und in jeder Hinsicht. In jedem Detail. An den meisten Texten jedoch muss man arbeiten. Muss daran feilen, sie auf Herz und Nieren prüfen. Wie sehr, das hängt natürlich auch von der eigenen Arbeitsweise ab. Wenn man einen Text durchplant wie ein Haus, wenn man sich für den Bau eines Satzes einen halben Tag Zeit nimmt, dann wird die Nachbearbeitung weniger Raum einnehmen, weniger Zeit beanspruchen.</p>
<p>Texte entstehen aber selten wie Häuser. Am Bau eines Textes ist in den meisten Fällen nur eine Person beteiligt, die niemandem Rechenschaft ablegen muss, die nicht von anderer Leute Berechnungen abhängig ist. Texte haben Fassungen, was bei Häusern unerwünscht, nur auf dem Papier möglich ist. Wohl deshalb, weil der Prozess des Schreibens, Änderns, Löschens ein so unaufwändiger ist, immer unaufwändiger, billiger und einfacher geworden ist, durch die technischen Gegebenheiten meilenweit entfernt vom In-Stein-Meisseln früherer Tage, kann ein Text wie ein Entwurf geschrieben werden. Ist jeder Text erstmal ein Entwurf (sofern er kein Wurf ist, siehe oben: erste Fassung = letzte Fassung).</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Fassung bewahren</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>In Zeiten von Textverarbeitungsprogrammen (ein beunruhigendes Wort eigentlich, für etwas, das die Schreibmaschine ersetzt hat) ist die eigene Textarbeit oft gar nicht mehr nachvollziehbar – und man kann sich fragen, ob es in 50 Jahren noch historisch-kritische Ausgaben geben wird. Ich selbst muss mich immer wieder zwingen, nicht über Wochen im selben Dokument herumzufuhrwerken. Es lohnt sich, der organisatorischen Herausforderung verschiedener Textfassungen ins Auge zu sehen und immer wieder neu und mit Datum abzuspeichern. Es lohnt sich auch, Ausdrucke zu machen, handschriftliche Korrekturen vorzunehmen und sich wie die eigene Lektorin oder der eigene Lektor zu verhalten – dabei muss man nicht mal an nachfolgende Generationen von PhilologInnen denken.</p>
<p>Wenn man verschiedene Fassungen von Texten besitzt, ob ausgedruckt oder nicht, kann man den eigenen Arbeitsprozess besser verstehen. Man kann – manchmal will oder muss man das – zurück zur ersten Idee, dem ersten Ansatz. Und das Schöne ist: Inzwischen gibt es auch Computerprogramme, (die meistens das Wort Diff im Namen tragen), mit denen man verschiedene Fassungen nebeneinander vergleichen kann (auch sehr praktisch für PhilologInnen, sofern sie über digitales Material verfügen).</p>
<p><strong>Zurück auf Los</strong></p>
<p>Natürlich trägt man die verschiedenen Fassungen eines Textes auch in sich. Man hat sie ja erstellt. Wer schon mal einen Text versehentlich gelöscht hat und ihn neu schreiben musste,  hat sich vielleicht auch gewundert, dass er – selbst nach einigen Wochen – die gleichen Worte wiedergefunden hat, die er mit der Fassung verloren hatte. Ich habe das einmal ohne Not ausprobiert, habe einen bereits geschriebenen Text, den ich einige Wochen nicht angeschaut hatte, ein zweites Mal geschrieben. Das ist eine schwierige Übung – weil man versuchen muss, sich zu lösen, nicht einfach nur so gut es geht zu erinnern, sondern wirklich neu zu schreiben. Wenn einem das gelingt, kann man herausfinden, was dem Text wesentlich ist und was nicht.</p>
<p><strong>Das Glück im Löschen</strong></p>
<p>Die eigenen Texte überarbeiten ist immer hart. Während dem Schreiben, dem Erfinden etwas Euphorisches anhaftet, während man diesen Akt mit einem Schöpfungsprozess vergleichen kann, umweht den Überarbeitungsprozess ein Hauch des Kleinlichen. Etwas Bestehendes zu korrigieren ist mühsam. Zum Glück gibt es auch dabei die lichten Momente, die geglückte Neuformulierung, die Auflösung einer Ungenauigkeit, das befreiende Löschen. Zum Glück kann man auch beim Überarbeiten spüren, dass etwas wächst, sich entwickelt. Im besten Fall bemerkt man schon während des Überarbeitens, wie das Ganze gewinnt, richtiger, stimmiger wird. Im schlimmsten Falle – und je grösser das Projekt, desto grösser das Risiko – geht einem das Gefühl für den Text verloren, gewinnt man die Stimme nicht mehr zurück, kommt einem der Rhythmus abhanden. Im schlimmsten Fall verschlimmbessert man den Text – ein Wort, das eigentlich verboten gehört.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Neues vom eigenen Text</strong></p>
<p>Auch deshalb erachte ich fast immer eine weitere Stimme für notwendig. Eine sorgfältige, genaue, strenge. Oder mehrere, deren unterschiedliche Blickwinkel mir helfen, zu sehen, wie der Text gelesen wird, gelesen werden kann. Und dabei geht es sicher nicht darum, für einen Geschmack zu schreiben. Es geht nicht darum, sich verbiegen zu lassen. Es kann nicht darum gehen, dass jede und jeder dieselbe vorbestimmte Lese-Erfahrung macht, was weder möglich noch wünschenswert wäre. Spannend ist aber herauszufinden, was man selbst über den eigenen Text nicht weiss. Oder auch etwas so Praktisches wie die Tatsache, dass von den Lesenden nicht eine oder einer das Wort „Glast“ versteht. Wenn man das weiss, kann man immer noch entscheiden, das Wort zu behalten.</p>
<p><strong>Eine für alle – alle für eine</strong></p>
<p>Wenn man kontinuierlich in einer Gruppe arbeitet, entweder in einer Werkstatt, wie wir das beispielsweise in der Literaturgruppe index im Zweiwochenrhythmus tun, oder auch in einer E-Mail-Gruppe, über einen Verteiler, so dass jeder und jede alle Texte und alle Korrekturen erhält, dann hat man die Chance, auch fremde Texte in verschiedenen Fassungen zu lesen. Dann kann man nachvollziehen, wie andere arbeiten, wie die eigenen Rückmeldungen einfliessen, was sie im fremden Text auslösen. Wobei man wieder viel über das Schreiben an sich lernt, viel für das Schreiben an zukünftigen Texten. Ich habe schon zahlreiche Werkstätten besucht und geleitet. Immer habe ich sie als hilfreich und fruchtbar erlebt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Vor lauter Bäumen</strong></p>
<p>Aber man braucht eben auch immer noch jemanden, der die genaue Textarbeit begleitet, der dicke Hunde und grobe Schnitzer findet, die übersehen wurden. Der sieht, was man selbst nicht mehr erkennt. Auch wenn man wie ich professionell fremde Texte lektoriert, besteht die Gefahr, dass man irgendwann im eigenen Text blind umhertappt. Bevor man einen Text an einen Verlag oder eine Literaturzeitschrift schickt, bevor man ihn bei einem Wettbewerb einreicht, sollte der Text von mindestens einer weiteren Person gelesen und lektoriert worden sein. Auch die Rechtschreibkorrektur ist wichtig. Texte, die voller Fehler oder stilistischer Ungenauigkeiten sind, werden nicht selten weniger ernst genommen, auch wenn ihr poetisches Potenzial noch so gross ist.</p>
<p><strong>Zwischen den Würfen</strong></p>
<p>Auch wenn also das Überarbeiten eines Textes weniger gewinnbringend, weniger lohnend erscheint, auch wenn es nur schwer mit der Mystifizierung des Schreibprozesses, mit dem Genie-Gedanken in Einklang zu bringen ist, auch wenn es im Verhältnis zum schöpferischen Akt irgendwie buchhalterisch daher kommt, ist es für all jene Schreibenden unverzichtbar, die nicht entweder unverbesserlich sind, den ganzen Prozess schon vor dem Niederschreiben durchlaufen oder vom hellen Blitz der Perfektion getroffen wurden. Und das Schöne am Überarbeiten ist: Man kann diese Arbeit immer dann hervornehmen, wenn einem partout kein neuer Text, keine neue Idee, kein Wurf gelingen will.</p>
<p><strong>Ulrike Ulrich </strong>lebt als Schriftstellerin in der Schweiz. Ihr Weg führte von Düsseldorf über Münster und Wien nach Zürich, wo 2004 ihre erste Einzelveröffentlichung erschien. Mit Kurzprosa und Performance-Texten gewann sie mehrere Preise. Bei <a href="http://www.schreibszene.ch" target="_blank">Schreibszene Schweiz </a>leitet sie die Werkstatt „Weniger ist nicht genug – Massarbeit an Texten“. Ausserdem ist sie für Text-Coaching und Lektorat zuständig.</p>
<p>Datum: 1. März 2010 (textin Oktober 2009)<br />
Text und Bild: Ulrike Ulrich<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Es war einmal ein Anfang</title>
		<link>http://www.textin.ch/es-war-einmal-ein-anfang/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 18:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ammann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende. Schluss. Fertig. Aus! So wollte ich schon immer einen Text beginnen. Mit einem Knall, nicht mit Gewinsel. Die erste Zeile geht zum Angriff über, packt die Leser am Schopf. Aller Anfang ist leicht. Auch wenn das Sprichwort am Gegenteil festhält. Aber jetzt wie weiter? Jagt uns gleich jemand eine Kugel in den Kopf oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende. Schluss. Fertig. Aus!</p>
<p>So wollte ich schon immer einen Text beginnen. Mit einem Knall, nicht mit Gewinsel.<span id="more-106"></span></p>
<p>Die erste Zeile geht zum Angriff über, packt die Leser am Schopf.</p>
<p>Aller Anfang ist leicht. Auch wenn das Sprichwort am Gegenteil festhält.</p>
<p>Aber jetzt wie weiter?</p>
<p>Jagt uns gleich jemand eine Kugel in den Kopf oder springt von der Brücke, um im freien Fall sein verpatztes Leben auszubreiten? Oder war’s das etwa? Ist das Pulver bereits verschossen?</p>
<p>Die ganze Arbeit liegt noch vor uns – eine überhängende Felswand, die in den Himmel ragt, ein tobendes Meer, das es schreibend zu durchqueren gilt.</p>
<p>&#8220;Nennt mich Ismael&#8221;, hebt Herman Melville heroisch an und lässt einen wuchtigen Wal aus den Wellen brechen.</p>
<p>&#8220;Nennt mich Smitty&#8221;, parodiert Philip Roth und pfeffert uns den Grossen amerikanischen Roman wie einen Baseball um die Ohren.</p>
<p>Anfänge haben&#8217;s in sich. Wer grossspurig auftrumpft, darf sich nicht mit einem schlechten Blatt in der Hand erwischen lassen. Aber keine Angst. Wenn Sie den ersten Satz schreiben, haben Sie schon zig Anfänge hinter sich. Nehmen Sie ruhig einen von denen und schreiben Sie dort weiter:</p>
<p>– &#8220;Mein Vater war ein Bauerssohn …&#8221; (Gottfried Keller, <em>Der grüne Heinrich</em>)</p>
<p>– &#8220;Mein Vater war ein Kaufmann&#8221; (Adalbert Stifter, <em>Der Nachsommer</em>)</p>
<p>– &#8220;Mein Vater war ein Gartenzwerg …&#8221; (Kathrin Röggla, <em>Abrauschen</em>)</p>
<p>– &#8220;Mein Vater war ein Kommunist&#8221; (Urs Widmer, <em>Das Buch des Vaters</em>)</p>
<p>– &#8220;Mein Vater war Totengräber&#8221; (Maarten &#8216;t Hart, <em>Der Flieger</em>).</p>
<p>Beginnen Sie. Legen Sie einfach los. Machen Sie wenigstens einen Anfang.<br />
<strong><br />
Daniel Ammann </strong>sammelt Anfänge ohne Ende. Er lebt in St. Gallen und arbeitet als Autor, Redaktor und Schreibberater. www.magoria.ch</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Datum: 1. März 2010 (textín Oktober 2009)<br />
Text: Daniel Ammann<br />
Bild: iStockPhoto<br />
Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.</p>
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		<title>Figuren proben den Aufstand</title>
		<link>http://www.textin.ch/figuren-proben-den-aufstand/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 08:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ammann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Figuren]]></category>
		<category><![CDATA[Romanfiguren]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Schreiben einer Geschichte entsteht ein seltsames Ziehen und Stossen. Auf der einen Seite erfinden wir, setzen Figuren und Schauplätze in die Welt. Auf der anderen Seite wissen wir nicht, was wir da eigentlich treiben. Schreiben ist ein Balanceakt zwischen Kontrolle und Hingabe. Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben dieses Gefühl oft genug beschrieben: Figuren proben den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Schreiben einer Geschichte entsteht ein seltsames Ziehen und Stossen. Auf der einen Seite erfinden wir, setzen Figuren und Schauplätze in die Welt.<span id="more-67"></span> Auf der anderen Seite wissen wir nicht, was wir da eigentlich treiben. Schreiben ist ein Balanceakt zwischen Kontrolle und Hingabe.</p>
<p>Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben dieses Gefühl oft genug beschrieben: Figuren proben den Aufstand; plötzlich entwickeln sie ein Eigenleben, lehnen sich gegen ihre Macher auf und lenken die Geschichte in unvorhergesehene Bahnen. Sollen wir bloss tatenlos zusehen und alles brav protokollieren?</p>
<p>Wer seine Figuren zurückpfeift, läuft allerdings Gefahr, dass die Geschichte an Schwung verliert oder ganz zum Erliegen kommt. Dann sitzen wir fest. Das kann sich zu einer ausgewachsenen Schreibblockade zuspitzen, Lebenskrise inklusive.</p>
<p>Klar, die Figuren fordern nur ihr Recht. Aber hat man das Zepter erst aus der Hand gegeben, spielen sie leicht verrückt und reissen einen mit sich in den Abgrund.</p>
<p>Sollen wir ihnen leise folgen und sie dann eigenhändig von der Klippe stossen?</p>
<p>Daniel Ammann lebt in St. Gallen und arbeitet als Autor, Redaktor und Schreibberater. Er ist Dozent für Medienbildung und Mitarbeiter des Schreibzentrums an der Pädagogischen Hochschule Zürich.</p>
<p>textín Juni 2009</p>
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