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	<title>Textin &#187; Diverses</title>
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	<description>Das Magazin der Schreibszene Schweiz</description>
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		<title>Novemberschreiben – In 30 Tagen einen Roman schreiben</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 12:35:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Einen Roman schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[nanowrimo]]></category>
		<category><![CDATA[Novemberschreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibszene]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Sybil Schreiber Steven Schneider]]></category>

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		<description><![CDATA[Literaturförderung einmal anders. Am 1. November 2011, um 00.01 Uhr startet das alljährliche Novemberschreiben. Während 30 Tagen schreiben die Teilnehmer/innen so viel wie nur möglich. Der innere Kritiker wird in die Ferien geschickt und die Figuren machen endlich, was sie schon immer tun wollten. Wer Ende Monat 50&#8217;000 Wörter oder mehr geschrieben hat (Einsteiger, Jugendliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Literaturförderung einmal anders. Am 1. November 2011, um 00.01 Uhr startet das alljährliche Novemberschreiben. Während 30 Tagen schreiben die Teilnehmer/innen <span id="more-668"></span>so viel wie nur möglich. Der innere Kritiker wird in die Ferien geschickt und die Figuren machen endlich, was sie schon immer tun wollten.</p>
<p>Wer Ende Monat 50&#8217;000 Wörter oder mehr geschrieben hat (Einsteiger, Jugendliche und Kinder entsprechend weniger), erhält die begehrte digitale Goldmedaille.</p>
<p>Beim Novemberschreiben geht es darum, in den Schreibfluss zu kommen, um längst geplante Romanprojekte endlich auf Papier zu bringen. Vorerst geht es um Quantität und noch nicht um Qualität. Ist die Geschichte erst einmal auf dem Papier, muss sie in der Regel noch überarbeitet werden. Dies jedoch erst im neuen Jahr, nach einer Ruhepause.</p>
<p>Gemeinsam um die Wette zu schreiben, spornt an und motiviert, auch bei Schreibblockaden, dran zu bleiben. Novemberschreibende treffen sich zum Gedankenaustausch: virtuell im<a title="Forum des Novemberschreibens" href="http://www.novemberschreiben.ch/forum" target="_blank"> Internet-Forum</a> oder persönlich an den <a title="Schreibtreffen des Novemberschreibens" href="http://www.novemberschreiben.ch/forum/viewforum.php?f=70" target="_blank">Schreibtreffen</a>, die an diversen Orten in der Schweiz stattfinden. Unter anderem in Bad Zurzach, im Schreibatelier des <a title="Sybil Schreiber und Steven Schneider" href="http://www.schreiber-schneider.ch/Home.html" target="_blank">Kolumnistenpaares</a> Sybil Scheiber und Steven Schneider.</p>
<p>Die Teilnahme ist für Kinder und Jugendliche Gratis. Erwachsene Teilnehmer bezahlen einen kleinen Unkostenbeitrag.<br />
Jugendliche und Kinder sind herzlich eingeladen, beim Novemberschreiben mitzumachen! Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass auch junge Menschen den Zugang zum geschriebenen Wort finden.</p>
<p>Es sind bereits mehrere Bücher erschienen, die während des Novemberschreibens angedacht, geschrieben oder auch beendet wurden. Initiantin des Novemberschreibens ist Fatima Vidal von <a title="Schreibszene " href="http://www.schreibszene.ch" target="_blank">Schreibszene Schweiz</a>. Unterstützt wird sie von freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der ganzen Schweiz.</p>
<p>Mach mit und schreibe dein Buch!<br />
Einschreiben ist ab sofort möglich unter<br />
<a title="Novemberschreiben 2011" href="http://www.novemberschreiben.ch" target="_blank">www.novemberschreiben.ch</a></p>
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		<title>Kurs: Kürlauf Kolumne mit Sybil Schreiber und Steven Schneider</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 10:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>textin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Beobachten Sie gerne den Alltag? Möchten Sie mit Leichtigkeit das vermeintlich Unwichtige festhalten, das unser Leben ausmacht? Sybil Schreiber und Steven Schneider, «Die Seismographen der Alltagsbeben» („Schweizer Illustrierte“) und «Kürläufer in der Zweierkiste» („Schweizer Familie“), schreiben seit über zehn Jahren gemeinsam gegeneinander und miteinander über den Alltag. Lernen Sie, die Dinge aus Distanz zu betrachten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Beobachten Sie gerne den Alltag? Möchten Sie mit Leichtigkeit das  vermeintlich Unwichtige festhalten, das unser Leben ausmacht?<span id="more-598"></span> <a rel="attachment wp-att-573" href="http://www.textin.ch/kurs-kurlauf-kolumnen-mit-sybil-schreiber-und-steven-schneider/kolumnen-kurs/"><img class="alignleft size-full wp-image-573" title="Kolumnen Kurs" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/Kolumnen-Kurs.jpg" alt="" width="237" height="106" /></a>Sybil Schreiber und Steven Schneider,  «Die Seismographen der Alltagsbeben» („Schweizer Illustrierte“) und  «Kürläufer in der Zweierkiste» („Schweizer Familie“), schreiben seit  über zehn Jahren gemeinsam gegeneinander und miteinander über den  Alltag. Lernen Sie, die Dinge aus Distanz zu betrachten und so dem  Gewöhnlichen eine Bedeutung zu geben, indem Sie daraus eine witzige,  anregende, aufregende oder geistreiche Geschichte machen.</p>
<p>Wir beschäftigen uns mit den Zutaten wie Perspektive, Figur, Konflikt  und Spannungsbogen; wir arbeiten an einer leichten, schwungvollen  Sprache; wir tauchen ins Handwerkliche des Kürzens und Überarbeitens ein  und zeigen einen Weg, – pardon: zwei Wege –, wie eine Kolumne gelingt:  nämlich auf ihre Art und auf seine Weise.</p>
<p><strong>Daten:</strong> Freitag/Samstag 27./28. Mai 2011<br />
<strong>Zeit:</strong> 9.45 Uhr bis 16.45 Uhr<br />
<strong>Dauer:</strong> 2 Tage<br />
<strong>Kurspreis:</strong> Fr. 495.–, inklusive Getränke im  Geschichtenatelier<br />
exkl. Mahlzeiten, Übernachtung, Wellness etc.<br />
<strong>Teilnehmende:</strong> 5 – 12 Personen<br />
<strong>Seminarort: </strong>Geschichtenatelier im Hirschli, <a title="Lageplan Hirschli in Bad Zurzach" href="http://map.search.ch/5330-bad-zurzach/schwertgasse-4?z=512&amp;b=low" target="_blank">Schwertgasse 4, Bad Zurzach</a> (Nähe Bahnhof)<br />
<strong>Leitung: </strong>Sybil Schreiber, Steven Schneider</p>
<p><img title="Schreiber_Schneider" src="../wp-content/uploads/2011/02/Schreiber_Schneider.jpg" alt="" width="237" height="98" />Die Journalisten Sybil Schreiber und  Steven Schneider schreiben im elften Jahr die Kolumne „Schreiber vs.  Schneider“ und arbeiten als  Texter, Berater, Konzepter und Kursleiter.</p>
<p>Mögliche Übernachtung: <a title="Schreibsuite Bad Zurzach" href="http://www.schreibsuite.ch/" target="_blank">www.schreibsuite.ch</a></p>
<p>Das Geschichtenatelier des im Kern von Bad Zurzach lockt mit einem  lauschigen Innenhof, Garten und einer inspirierenden Atmosphäre. Gönnen  Sie sich zwei anregende Tage in der inspirierenden Umgebung eines  charmanten Hofhauses in einem historischen Ort zwischen Fluss und Wald.</p>
<p><strong>&gt;</strong> <a title="Schreibszene Schweiz, Weiterbildung für Texter und Autoren" href="http://www.schreibszene.ch/index.php/anmeldung" target="_blank">Hier  gehts zur Anmeldung</a></p>
</div>
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		<title>Ein Hirschli im Herzen &#8211; Schreibsuite in Bad Zurzach</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 15:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Hidber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts und Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Hirschli Bad Zurzach]]></category>
		<category><![CDATA[Hotel für Schreibende]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiber-Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibort]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibsuite]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieso stürzt sich eine Wildfleisch-Verächterin plötzlich in eine Affäre mit dem Hirschli? Und: Was hat das Hirschli, was andere nicht haben? Ein Erfahrungsbericht ohne Jägerlatein von Franziska Hidber. Das Jahr ist gerade sechs Tage jung, da werfe ich ein paar Dinge in meinen roten Rollkoffer. „Wohin gehst du? Auf Hirschjagd?“ Die Fragezeichen in den Pupillen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wieso stürzt sich eine Wildfleisch-Verächterin plötzlich in eine Affäre mit dem Hirschli? Und: Was hat das Hirschli, was andere nicht haben? <span id="more-561"></span>Ein Erfahrungsbericht ohne Jägerlatein von Franziska Hidber.</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-565" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/via-laube-zur-literaturkuche/"><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="via laube zur    literaturküche" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/via-laube-zur-literaturküche.jpg" alt="" width="399" height="299" /></a></strong>Das Jahr ist gerade sechs Tage jung, da werfe ich ein paar Dinge in meinen roten Rollkoffer. „<em>Wo</em>hin gehst du? Auf Hirschjagd?“ Die Fragezeichen in den Pupillen meiner Freunde erreichen die Grösse des Wiler Turms. Ich seufze. „Nein. Ich jage keine Hirsche. Ich esse sie nicht einmal. Ich geh <em>ins</em> Hirschli.“  Die Wiler Türme beginnen gefährlich zu wanken. Ich resigniere. „Das Hirschli ist ein historisches Hofhaus in Bad Zurzach. Darin befindet sich eine Wohnung, <a title="Schreibsuite Bad Zurzach" href="http://www.schreibsuite.ch" target="_blank">die Schreibsuite</a>. Dort werde ich wohnen. Und im selben Haus gibt es ein Geschichtenatelier und eine Literaturküche. Dort leite ich einen Kurs.“ Die Türme verwandeln sich in Leuchtraketen: „Ach, ist das nicht das Projekt der <a title="Schreiber-Schneider Kolumnisten" href="http://www.schreiber-schneider.ch/www.neueseite.ch/Willkommen.html" target="_blank">Kolumnisten Sybil Schreiber und Steven Schneider</a>? Davon habe ich gelesen. Und jetzt gehst du echt dorthin?“ Ich nicke. Endlich. Dann lege ich 15 leere Hefte und meinen Laptop in den Koffer. Und das Buchmanuskript, das ich als Lektorin betreue. Es soll endlich fertig werden. Ich werde also doch jagen im Hirschli. Nach Worten. Und hoffentlich mit einer Trophäe zurückkehren</p>
<p><strong>Meine Tante, die Jägerin</strong></p>
<p>Ohne meine Tante wäre es nie zu diesem Date mit dem Hirschli gekommen. Meine Tante nämlich ist öfters auf Pirsch. Unter uns: Auch sie ist eine heimliche Jägerin. Diesmal jagte sie nach einer Kursleiterin für Kreatives Schreiben und blies dafür kräftig ins Waldhorn. Ich war gewillt, ihrem Ruf in den Aargau zu folgen. Zwei Samstagnachmittage in Bad Zurzach, wieso nicht? Kurz darauf entdeckte ich im Internet Bilder von der Schreibsuite dortselbst. Was ich sah, gefiel mir: eine historische Design-<a rel="attachment wp-att-564" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/o_schreibsuite/"><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="o_schreibsuite" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/o_schreibsuite.gif" alt="" width="342" height="209" /></a>Wohnung. „Erleben Sie Ihre eigene idyllische Kur(z)geschichte in Bad Zurzach. Eine Suite zum Schreiben, Erholen, Kuren oder Träumen“, schrieb das Kolumnistenpaar Schreiber und Schneider. Hm. Vielleicht könnte ich aus dieser Kursgeschichte tatsächlich eine kleine Kurgeschichte kreieren? Und während ich noch überlegte, feuerte Steven Schneider den entscheidenden Schuss in meine Mailbox. Ein Volltreffer. Wir schlossen einen Pakt: Ich würde ein paar Tagen als Testbewohnerin im Hirschli residieren. Er würde meinen Kurs besuchen. Dieser soll, anders als ursprünglich geplant, ebenfalls im Hirschli stattfinden. In der Literaturküche. Ja, Sie ahnen völlig korrekt: Dieser Treffer geht auf das Konto meiner Tante.<strong> </strong></p>
<p><strong>Sofa ohne Senf</strong></p>
<p>In Bad Zurzach nieselt es. Vor eineinhalb Stunden habe ich eine weisse Winterlandschaft verlassen. Gelandet bin in einem Gemisch aus Grau, Grün und Braun, den perfekten Tarnfarben. Schneider steht am Bahnhof – das nenne ich Service! Er wuchtet sogar meinen Koffer die steile Treppe hinauf in den ersten Stock, und wer meinen Koffer kennt, weiss, was das bedeutet. Die Schreibsuite ist hell, hell und freundlich. Sorgfältig restauriert, stilvoll möbliert. Beim Blick aufs weisse Sofa zucke ich wie immer zusammen, bis mein Hirn Entwarnung meldet: Meine Dreijährige mit ihrem grenzenlosen kreativen Potenzial ist gar nicht da. Sie wird hier weder eine Senftube ausdrücken noch mit der Schere das Design neu gestalten. Erleichtert lehne ich mich zurück. Inzwischen sitzen wir mit Sybil am Esstisch und stossen mit hiesigem Weisswein an. Von der Holzbank sehe ich direkt in den Hof, auf die Lauben. Ich male mir aus, wie idyllisch es erst im Sommer sein wird. Oder im Frühling. Oder im Herbst. Wobei: Hier würde ich selbst im Schmuddeljanuar arbeiten können, das weiss ich sofort.<strong><a rel="attachment wp-att-566" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/weisses-sofa-ohne-senf/"><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="weisses sofa ohne senf" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/weisses-sofa-ohne-senf.jpg" alt="" width="399" height="299" /></a></strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Kochfrei im Kino</strong></p>
<p>Suite kommt von „suivre“. In der Schreibsuite folgt ein Raum den andern. Zuerst die Stube mit Kachelofen, besagtem weissen Sofa und Sekretär. Dann das Schlafzimmer. Es gibt den Blick zur Strasse frei, das ist so gut wie Kino. Die Shoppingmeile von Bad Zurzach direkt zu Füssen, und gegenüber die Tankstelle. Ihr Schild leuchtet Tag und Nacht. Leute hasten rein und mit einem Coffee to go wieder raus. Manche bleiben länger. Durch die Scheiben kann ich sehen, wie sie hinter der Theke schwatzen und lachen.</p>
<p>Das Schlafzimmer führt ins Esszimmer, das Esszimmer in die Küche, die Küche in die Dusche. Überhaupt, die Küche. Einen solchen Boden gab es im Haus meiner Grosseltern auch. Ein hübscher Kontrast zur modernen Einrichtung, zu der auch eine Spülmaschine gehört. Sehr sympathisch. Ich finde Pasta, Salz, Olivenöl, Balsamico, Pfeffer, Sirup, Zucker, Tee, Kaffee. Ich könnte sofort loskochen. Das tue <strong><a rel="attachment wp-att-567" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/lieblingsplatz/"><img class="alignnone size-full wp-image-567" title="lieblingsplatz" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/lieblingsplatz.jpg" alt="" width="299" height="399" /></a></strong>ich aber nicht. Feierlich erkläre ich das Hirschli zur kochfreien Zone.<strong> </strong></p>
<p><strong>Keine Nutellafinger…</strong></p>
<p>Sybil und Steven verabschieden sich. Ich bleibe zurück mit ihrem selbst gemachten Apfelsaft, Confitüre, Mandarinen und dem restlichen Wein. Ich sauge die Ruhe auf, das Alleinsein. Endlich ausatmen. Kein Geschäftstelefon, das klingelt. Kein Kunde, der etwas will, und am besten sollte es gestern fertig sein. Keine Mails. Kein Kind, das sofort wissen muss, wie man den Durchschnitt ausrechnet. Und keines, das mit Nutellafingern den Wänden originelle Muster verpasst. Kein Nachbar an der Haustüre. Niemand. Nur das Hirschli und ich. Im Innenhof ist es still. In der Tankstelle ist Betrieb. Von oben dringt leise Musik herunter: der Mieter im zweiten Stock. Von unten dringt leise Musik herauf: das Teelädeli im Erdgeschoss. Ich klappe das Notebook auf.<strong> </strong></p>
<p><strong>… aber Schokolade und ein Kranz</strong></p>
<p>Das Dasein in der Schreibsuite vermittelt ein völlig neues Zeitgefühl. Genauer: Es ermöglicht überhaupt erst ein Zeitgefühl. Plötzlich ist sie da, die Zeit. Grosszügig bemessen. Ich schöpfe jede Minute aus. Nähere mich Zeile um Zeile dem Buchende. Gebe dem Kurs den letzten Schliff, richte mit Steven und Sybil die Literaturküche ein, verteile Schokolade gegen Schreibstau, werfe die Kaffeemaschine an. Direkt unter dem Dach und mit den Sichtbalken sieht es hier aus, als ob sich ein paar Freunde zum Kaffee treffen würden. Auf jeden Fall ist es der schönste und gemütlichste Kursraum, der mir je untergekommen ist. Ich lerne alsbald 15 reizende, schreibfreudige Aargauer kennen (und keine/r trägt weisse Socken!), darunter ein ehemaliger Deutschlehrer und aktiver Journalist. „Dieser Kurs hat mir eine neue Welt eröffnet“, gesteht er mir beim Abschied, und im Geist lege ich mir einen Efeukranz um den Hals. Meine erste Trophäe!<strong> </strong></p>
<p><strong>Lichterfest im Geweih</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-568" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/tankstelle/"><img class="alignnone size-full wp-image-568" title="Tankstelle" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/Tankstelle.jpg" alt="" width="399" height="266" /></a>Immer wieder sitze ich auf der Holzbank, ein Kissen im Rücken, und haue wie besessen in die arme Tastatur. Hack, hack, hack. In himmlischer Ruh und ohne die klitzekleinste Störung. Manchmal stehe ich auf und werfe einen Blick auf die Schwertgasse, auf das Geschehen in der Tankstelle. Ich lese mich durch die Zeitschriften im Regal und finde einen Thriller. Die CDs rühre ich nicht an: Wo es doch endlich einmal so schön still ist in meinem Leben. Dafür verwandle ich den Hirsch auf dem Ofen in ein Lichterfest: In seinem Geweih leuchten sämtliche Rechaudkerzen. Waidmannsheil!<strong> </strong></p>
<p><strong>O Hirschli, du Heimat</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-569" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/shoppingmeile-bad-zurzach/"><img class="alignnone size-full wp-image-569" title="shoppingmeile bad zurzach" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/shoppingmeile-bad-zurzach.jpg" alt="" width="399" height="299" /></a>Ich teste die drei Cafés in Schrittnähe, erküre das Höfli-Café zum Stammlokal, besuche das Thermalbad und meine Verwandten, die mir ein wunderbares Sonntagsessen kredenzen. Was in meiner kochfreien Zeit extrem gut ankommt. Ich fabuliere mit Steven über die Zukunft des Hirschlis und treffe Sybil zum Weiberklatsch.</p>
<p>Und immer, wenn ich zurückkehre, in die Schwertgasse einbiege und das weisse Hoftor öffne, fühlt es sich an, als würde ich heimkommen, als wäre das hier meine Wohnung. Das stimmt sogar: Es ist meine Wohnung auf Zeit.</p>
<p>Sicher, ich könnte auch mal nach Waldshut fahren. Oder den Achenberg erklimmen. Aber wissen Sie was? Es ist so gemütlich im Hirschli, so angenehm, so wohnlich; dass ich gar nicht weg will. Dem Charme dieser Suite kann sich nur entziehen, wer ein Herz aus Holz hat.<strong> </strong></p>
<p><strong>Kein Gerempel, kein Geschnarche</strong></p>
<p>Ja, wir verstehen uns ausgezeichnet, das Hirschli und ich. Ein so freundschaftliches Gefühl habe ich zu einem Hotelzimmer nie entwickelt, und glauben Sie mir, ich habe genug Nächte in Hotels verbracht. Im Hirschli rempelt keine japanische Reisegruppe morgens um vier gegen die Tür. Es schnarcht auch keiner nebenan. Es gibt keine Putzequipe, die um sieben in der Früh ihren Eifer demonstriert. Keine bezahlte Freundlichkeit. Es gibt: herzliche, humorvolle Gastgeber. Ruhe. Im Gegensatz zu einer abgeschiedenen Alphütte muss man keinen Proviant für eine Woche mitschleppen. Der nächste Laden ist um die Ecke, von der Tankstelle gegenüber ganz zu schweigen. Und anders als in einem Ferienort fällt hier das Arbeiten leichter. Die Leute rundum arbeiten ja auch.<strong> </strong></p>
<p><strong>Schöner schreiben</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-570" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/arbeitsplatz-stube/"><img class="alignnone size-full wp-image-570" title="arbeitsplatz stube" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/arbeitsplatz-stube.jpg" alt="" width="399" height="299" /></a>Das erinnert mich an eine Freundin, die eines Tages samt angefangenem Jahresbericht ins Engadin reiste. Nach einer Woche kam sie zurück, sichtlich erholt. Geschrieben hatte sie keine einzige Zeile: „Ich konnte einfach nicht. Das Wetter war zu schön. Und wieso sollten alle andern wandern dürfen? Alle ausser mir?“ Den Geschäftsbericht brachte sie dann zuhause auf Papier – in sechs Nachtschichten.</p>
<p>Sehen Sie, das wäre ihr im Hirschli nicht passiert. Hier ist der Alltag vor der Tür, und die Atmosphäre drinnen macht das Schreiben schöner. Ist der Zusammenhang zwischen stilvoller Einrichtung und Schreibfluss eigentlich wissenschaftlich belegt? Oder klafft da eine Lücke?<strong> </strong></p>
<p><strong>Asyl für 15 Hefte</strong></p>
<p>Am Montagnachmittag werfe ich ein paar Dinge in meinen roten Rollkoffer. Die 15 Hefte haben samt Notizen längst Asyl in 15 Aargauer Haushalten erhalten. Sorgfältig lege ich das Notebook zwischen die Wäsche. Es zählt 21000 Zeichen mehr, das Kapitel ist geschrieben. Her mit der zweiten Trophäe! Wo wir gerade bei der Habensseite sind: plus 15 zufriedene Teilnehmer. Plus ein Hirschli im Herzen. Das Soll ist lächerlich: Wein, Apfelsaft und Sirup. 3 Minuten sind es zum Bahnhof, und dann eineinhalb Stunden Zugfahrt zurück in mein turbulentes Leben.<strong> </strong></p>
<p><strong>Ein Hirschli im Herzen</strong></p>
<p>Adieu, Hirschli. Nein, das stimmt so nicht. Auf Wiedersehen passt besser. Schon am nächsten Samstag werde ich hier den zweiten Kursteil leiten. Und im Juni einen zweitägigen Kurs in Creative Writing. Dann wird es blühen im Innenhof, so viel hat Schneider schon versprochen. Und das Geschichtenatelier im Erdgeschoss wird ausstaffiert sein. Er hat ein buntes Bild skizziert von diesem Sommerkurs in Bad Zurzach: Baden im Rhein, grillieren im Wald, wobei er den Job des Grillchefs höchstpersönlich übernehmen will. Flanieren, spazieren. Achenberg und Thermalbad. Inspirationen auffangen und im Schreibheft wieder loslassen. Falls Schneiders Funke nun auf Sie überspringt, folgt hier der Wink mit dem Hirschgeweih: <a title="Schreibszene Schweiz" href="http://www.schreibszene.ch" target="_blank">www.schreibszene.ch</a>. Fairerweise muss ich an dieser Stelle den Lodenhut etwas lüften, auf dass die Wahrheit ans Licht komme: Die Schreibsuite wird an diesen zwei Tagen bereits besetzt sein. Ja, das ist bitter. Was glauben Sie, wie bitter das für mich erst ist. Ich geh hin und ertränke meinen Kummer im Jagertee.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-571" href="http://www.textin.ch/ein-hirschli-im-herzen-schreibsuite-in-bad-zurzach/hirschli/"><img class="alignnone size-full wp-image-571" title="hirschli" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/02/hirschli.jpg" alt="" width="237" height="91" /></a></p>
<p><strong>PS: </strong>Sie können die Schreibsuite natürlich auch ohne Kurs mieten. Und ohne eine einzige Zeile zu schreiben. Schreiber und Schneider versichern glaubhaft, dass sie auf Kontrollen verzichten. Das kann ich bestätigen.</p>
<p><a href="http://www.schreibsuite.ch" target="_blank">www.schreibsuite.ch</a></p>
<p><a title="Schreibszene Schweiz" href="http://www.schreibszene.ch" target="_blank">www.schreibszene.ch</a></p>
<p>Mehr über Franziska Hidber: <a title="Franziska Hidber, Silberfeder" href="http://www.silberfeder.ch" target="_blank">www.silberfeder.ch</a></p>
<p>Copyright Text: Franziska Hidber<br />
Copyright der Bilder: Franziska Hidber und Schreibsuite.ch</p>
<p>Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, kopieren verboten.</p>
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		<title>Wir sind arm – Schreibkurs der Caritas</title>
		<link>http://www.textin.ch/armut/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 18:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas]]></category>
		<category><![CDATA[Tania Kummer]]></category>

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		<description><![CDATA[100‘000 Menschen im Kanton Zürich sind von Armut betroffen. Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung hat Caritas eine Wanderausstellung in verschiedenen Städten durchgeführt. Caritas Zürich hat ihre Wanderausstellung und die Guerillakampagne mit einem Schreibseminar für Armutsbetroffene ergänzt. Der Kurs ist von der Schriftstellerin Tania Kummer geleitet worden. Sozial Benachteiligte ergreifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>100‘000 Menschen im Kanton Zürich sind von Armut betroffen.  Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer  Ausgrenzung hat Caritas <span id="more-517"></span>eine Wanderausstellung in verschiedenen Städten  durchgeführt.<br />
<img title="SONY DSC" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/11/Arm_01_2371.jpg" alt="" width="237" height="158" />Caritas Zürich hat ihre Wanderausstellung und die Guerillakampagne mit  einem Schreibseminar für Armutsbetroffene ergänzt. Der Kurs ist von der  Schriftstellerin <a href="http://www.taniakummer.com" target="_blank">Tania Kummer</a> geleitet worden. Sozial Benachteiligte ergreifen selber das Wort.</p>
<p>Zwei Betroffene haben uns ihre Texte zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!  Weitere Texte aus der  Schreibwerkstatt finden Sie hier: <a href="http://issuu.com/caritaszuerich/docs/wir_sind_arm" target="_blank">http://issuu.com/caritaszuerich/docs/wir_sind_arm</a></p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>Unvernünftiger Bucheinkauf</strong></span></p>
<p>Ein kühler Morgen schält sich hinter den geöffneten Fensterläden aus  den verschneiten Bäumen und leer, unlesbar grau, zeigt sich heute der  Himmel, als würde die Zeit angehalten.<br />
Ich fühle, wie Schmerz und Einsamkeit sich in mich hineinkriechen und  wie mich die Fragen weshalb? und wie soll alles weitergehen? zur stummen  Dienerin werden lassen, um im eigenen Schweigen die beklemmende  Dunkelheit zu empfangen.<br />
Gedanken blubbern hoch, um sich wieder zurückzuziehen. Was soll ich tun?<br />
Heute rief mich eine Kollegin an und fragte, ob ich mit ihr ins Kino  komme. Ich wäre gerne mit ihr gegangen, sagte aber, ich hätte schon  etwas fest abgemacht. Ich konnte ihr ja nicht sagen, dass ich kein  Kino-Geld habe, dies hätte sie in eine dumme Lage gebracht, und das  wollte ich nicht.<br />
Aber gestern habe ich mir mit dem letzten Geld eine Freundin gekauft.  Eine Freundin, durch ein Gedichtsbuch von Mariana Zwetajewa. Ich wusste,  als ich das Buch kaufte, dass ich dann nur noch Fr. 1.30 besitzen  würde, aber ich dachte mir, mit dem Buch in der Hand, wenn ich die  Zwetajewa lese, brauche ich für die restlichen zwei Tage nichts mehr.  Und ich verliess die Buchhandlung glücklich mit dem Buch unter dem Arm.<br />
Heute sieht die Situation etwas anders aus. Ich habe schreckliche  Schmerzen, möchte unter Menschen sein.<br />
Ich fühle mich in mir existent und inexistent zugleich, wie ein  verglimmernder Kerzendocht. Ich möchte mein Sein im Nichtsein erretten,  den Tag irgendwie überleben. Aber wie?<br />
Nun bin ich wieder da, wo ich keine eigene Lebensgeschichte mehr habe.  Und was ist nun mit meinem Zwetajewa-Buch, das mich gestern so  beglückte?<br />
Plötzlich denke ich an Frau S. Ja, diese alte Frau will ich heute  besuchen. Sie freut sich über jeden Besuch, und das wird auch mir gut  tun.<br />
Nachdem ich durch viele Strassen geeilt bin, klopfe ich bei Frau S. und  betrete einen etwas muffigen, fast lichtlosen Raum. Frau S. bewohnt ein  kleines Zimmer, das allen Komfort verweigert und Spuren von Armut  zeichnet. Tapetenrisse an den dunklen Wänden. Kleider vom Flohmarkt  liegen auf zwei Stühlen ausgebreitet.  Bücher und viel Papier auf einem  einbeinigen, lacklosen, runden Tisch. Die gute Frau schreibt Gedichte,  um der einsamen Existenz und ihrer Geldnot etwas zu entkommen. Immer  wieder fand sie durch das Schreiben zu Kraft, um sich einen inneren  Freiraum zu schaffen, der sie allem zum Trotz aufnahm und Assoziationen  und Kreativität erweckten, die offen blieben und gewähren liessen. Sie  konnte so zeitweise für sich selbst durch Schreiben eine Atmosphäre von  Wärme, Poesie, Weite und Geborgenem schaffen. Die Freude von Frau S.  überträgt sich auf mich. Nun bin auch ich wieder in mir.</p>
<p>Buckelig krumm umarmt sie mich und lächelt, sie lächelt ein Lächeln,  das sich längst aufgegeben hat. Sie schenkt mir ihre neuen  Natur-Gedichte. Dann meint sie: «Ich koche uns Tee, und in der blauen  Blechbüchse in der Küche gibt es noch Lebkuchen.»  Im «Carisatt» habe  sie diesen Kuchen für 80 Rappen bekommen. Er sei etwas trocken, aber wir  könnten ihn im Tee eintunken.</p>
<p>In diesem «Jetzt» bei Tee und Kuchen, mit dieser wunderbaren alten  Frau liegt vielleicht das ganze Rätsel des Lebens und gibt dem Leben  eine Art von Sinn, der ganzen Trostlosigkeit zum Trotz. Tee und Kuchen  stärkt uns. Ein innerer Frieden verbindet uns mit den Menschen auf der  Welt und ich verlasse diese Frau innerlich bereichert. Dies war ein  beglückender Tag, ohne Geld. Und solche frohe Stunden wünsche ich allen,  die in Armut, Krankheit, Heimatlosigkeit und verzweifelt leben, Stunden  der warmen Menschlichkeit.</p>
<p>Kurzbiografie: xx, 1953 in der Schweiz geboren, allein stehend, in  Luzern lebend, gelernte Arzthelferin, dann Buchhändlerin. Sie studierte  Musik, verdiente ihr Studium durch Büroarbeiten, besuchte Kurse an der  Kunstgewerbeschule und Seminarien an der Universität. Ihre Hobbys sind  Lesen und Schreiben. In diese finanzielle Situation geriet sie  krankheitshalber durch Invalidenexistenzminimum. Für die Kultur-Legi sei  der Caritas einmal ein grosses Dankeschön gesagt, denn Kultur ist es,  was uns überleben hilft.</p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>Überleben</strong></span></p>
<p>Eine moderne junge Frau war ungewollt schwanger geworden. Sie hatte  bereits zwei Kinder und konnte sich nicht vorstellen, woher sie und ihr  Mann die Mittel nehmen sollte, um ein weiteres Kind zu ernähren und zu  erziehen. Sie suchte Rat bei einer Freundin, weil sie wusste, das deren  Türen immer offen stand. Gleich zu Beginn der Begegnung sagte sie: «Ich  sehe keinen anderen Ausweg mehr, als das Kind abzutreiben. Auch meine  Mutter drängt mich dazu, das zu tun und endlich einen Termin dafür zu  vereinbaren.»</p>
<p><img title="SONY DSC" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/11/Armut_250.jpg" alt="" width="376" height="250" />Die Freundin erschrak. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken,  sie fühlte sich betroffen, elend und musste sich an einem festen  Gegenstand festhalten. Sie sandte ein Stossgebet aus. Sie hatte grosses  Mitleid mit ihrer Freundin und deren Kind. Das durfte doch nicht sein!  Ein Leben war doch etwas wert und sie wollte dafür sorgen, dass die  schwangere Freundin das Leben des Kindes erhalten konnte. So redete sie  der Schwangeren erst ruhig und sanft zu und es ergab sich zwar ein  Dialog, aber schliesslich war alles vergebens. Die Frau schien keinen  anderen Ausweg zu sehen als das Kind abzutreiben, auch nach vielen  Worten wie viele eintönige Regentropfen, die endlos plätschern und an  einer blechernen Dachrinde abprallen. Während die Schwangere still  weinte, schien es der Freundin, als könnte sie das Ungeborene leise aber  weise reden hören, als wollte es seine Sicht der Dinge schildern und  mit den Frauen in einen Dialog treten. Lass mich doch reden, glaubte die  Freundin das Kind sagen zu hören, ich tue nichts Böses, bitte, begrenzt  meinen Weg nicht. Da hatte die Freundin auf einmal eine Idee und sie  sagte: «Gib mir doch das Kind! Ein Kind mehr am Tisch, was spielt das  denn schon für eine Rolle?»</p>
<p>Und auf einmal geschah es. Die Schwangere konnte loslassen und ihre  Tränen flossen in Strömen. Wenn das für die Freundin möglich wäre, dann  kann ich das doch auch, dachte sie und beschloss das Kind zu behalten.<br />
Danach nahm alles eine steile Wendung zum Guten. Die Freundin, die der  Schwangeren beigestanden hatte, hatte schon viele Babies gesehen, aber  dieses fand sie das Schönste. Sie besuchte das Kind oft und beschenkte  es und die Seinen. Es war ermutigend zu sehen, wie die Eltern am neuem  Halt erstarkten und sich anhaltend bemühten, das Kind gesund und  geborgen aufzuziehen und das Kind entwickelte sich zu einem aufgeweckten  Erwachsenen.</p>
<p>Kurzbiografie: A.K. wurde 1954 in der Schweiz im hügligen Mittelland  geboren. Sie interessierte sich jahrelang für die natürliche Lebensweise  und natürliche Heilweisen und arbeitete nach einer Heilpraktiker-Schule  bei einem Gesundheitsinstitut und freiberuflich. A.K. ist verheiratet  und Mutter mehrerer Kinder.</p>
<p><a href="http://www.wir-sind-arm.ch/" target="_blank">www.wir-sind-arm.ch</a></p>
<p>Copyright der Bilder: Tobias Lätsch</p>
<p>Copyright der Texte: Bei den Autor/innen</p>
<p>Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, kopieren verboten.</p>
<p>﻿</p>
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		<title>Seinem Leben mit Respekt begegnen</title>
		<link>http://www.textin.ch/autobiografisches-schreiben/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 07:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Autobiografien]]></category>
		<category><![CDATA[Autobiografisches Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Tania Kummer]]></category>

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		<description><![CDATA[Text:  Tania Kummer Autobiografisch schreiben heisst, sich Zeit für sich selber zu nehmen und seiner Lebensgeschichte mit Respekt zu begegnen. Die Gründe, warum jemand autobiografisch schreibt, sind mannigfaltig und individuell. Aus dem Leben zu erzählen lohnt sich auf jeden Fall. Die LeserInnen finden in den Autobiografien ein Stück Zeitgeschichte. Möchte man aus dem Leben erzählen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Text:  Tania Kummer<br />
Autobiografisch schreiben heisst, sich Zeit für sich selber zu nehmen und seiner Lebensgeschichte mit Respekt zu begegnen.<span id="more-493"></span> Die Gründe, warum jemand autobiografisch schreibt, sind mannigfaltig und individuell. Aus dem Leben zu erzählen lohnt sich auf jeden Fall. Die LeserInnen finden in den Autobiografien ein Stück Zeitgeschichte.</p>
<p>Möchte man aus dem Leben erzählen, gilt es, zuerst die Erinnerung zu wecken. Dies fällt uns leichter, wenn wir wissen, wie unser Hirn Erinnerung bildet.</p>
<p><strong>Das Orchester in unserem  Kopf </strong></p>
<p>In unserem Gehirn sind Informationen an verschiedenen Orten gespeichert. Das Gedächtnis funktioniert wie ein Orchester. Die Frage ist, woher das Gehirn weiss, dass die verschiedenen Informationen zu ein und demselben Objekt gehören, denn einen Dirigenten, der mit dem Taktstock die Erinnerung leitet, gibt es nicht. Dieser komplexe Vorgang wird hier rudimentär beschrieben: Je mehr Sinnesorgane (sehen, riechen, fühlen, hören, schmecken) man gleichzeitig stimuliert, umso mehr Nervenzellen werden aktiv. Gedächtnis wird auch durch komplizierte Vorgänge im Gehirn konstruiert und so können zwei Schwestern das gleiche Ereignis grundverschieden wiedergeben. Jede ist davon überzeugt, dass ihre Version stimmt, da sie „gestochen scharfe Erinnerungen daran haben“. Diese Tatsache ist für das autobiografische Schreiben von zentraler Bedeutung.</p>
<p><strong>Aus der (Schreib)praxis </strong></p>
<p>Wurde die Erinnerung angeregt, kann der Schreibprozess beginnen. In den Schreibszene-Kursen beschäftigen wir uns meist mit allgemeinen Themen, wie Nachnamen, Geburtsort, etc. Es bleibt den TeilnehmerInnen immer überlassen, ob sie sehr oder weniger persönlich erzählen.</p>
<p>Wir zeigen auf, wie Ideen umgesetzt werden können. Zum Beispiel: welche Textsorten stehen zur Verfügung, welche Erzählperspektive und Zeitform eignen sich für das, was man beschrieben will? Die handwerklichen Erläuterungen machen einen grossen Teil der Autobiografischen Schreibkurse der Schreibszene aus.<br />
In den Kursen kommen auch mögliche Sammelarten von Lebensgeschichten zur Sprache, Schreibspiele und ein Exkurs in die Welt von Rechten und Pflichten, denn wer aus seinem Leben erzählt, erzählt auch immer von anderen Menschen und wird ein solcher Text öffentlich, kann man jemanden verletzten.<br />
Auch wenn die Teilnehmer der Schreibkurse oft von Verwandten oder Bekannten dazu ermutigt wurden, ihre Erinnerungen niederzuschreiben, stellt sich in den Kursen immer die Frage: «Warum soll ich meine Erinnerungen aufschreiben, wer interessiert sich dafür?».<br />
Zum einen hat die Dokumentation des eigenen Lebens grossen Wert für die eigene Befindlichkeit. Weiter dokumentieren Lebensgeschichten auch immer Zeitgeschichte. Ohne die anschaulichen Schilderungen dieser ginge Wissen verloren, das nachfolgenden Generationen zum Verständnis der Welt und ihrer eigenen Geschichte fehlen würde.</p>
<p>Zum Ausklang ein Beispiel – ein Textauszug aus dem Manuskript «Rückblende» von Marion Eve Stöckli, Thalwil, Jahrgang 1937, an dem im Rahmen des Kurses «Autobiografisches Schreibenª der Schreibszene gearbeitet wurde (mit Erlaubnis der Autorin):</p>
<p><em>Behutsamkeit fehlte in dieser Kriegs- und ersten Nachkriegszeit in meiner Jugend. Das Wort fehlte wohl im damaligen Alltagsvokabular. Man feierte den Frieden; man wandte sich den neuen Aufgaben sofort zu: Hilfe allen vom Krieg Geschädigten ohne Frage nach Siegern und Besiegten. In unserer Primarklasse gab es nun alle drei Monate neue Gesichter: Kinder aus den Kriegsgebieten, die für drei Monate zum Aufpäppeln in Schweizer Gastfamilien Aufnahme fanden. Ich erinnere mich, dass es für mich schwierig war zu verstehen, dass auch die &#8216;Feindeskinder&#8217; aus Deutschland und Österreich das Recht hatten hier zu sein. Zu lange hatte ich von den Schrecken des Krieges und der Angst vor „Hitler“ und „den Deutschen“ gehört. Meine Grossmutter erklärte mir, diese Kinder seien &#8216;unschuldig&#8217;.  Sie gingen für drei Monate mit uns zur Schule. Bei ihren Gastfamilien erhielten sie sowohl die notwendige Verpflegung, um ihre körperlichen Mängel zu beheben, als auch den nüchternen Alltag einer Schweizer Familie  für ihre geschädigten Seelen.<br />
Und für meinen Vater galt es nun, die neue Zeit in seinem Betrieb, den er unter Opfern und Anstrengungen durch den Krieg gebracht hatte, zu nutzen. Die Angestellten und Arbeiterinnen mussten viel arbeiten, eine Arbeitswoche hatte 48 Stunden. Die damalige Zeit war anders, die AHV trat erst nach 1948 in Kraft, aber schon mein Grossvater Leo hatte eine Stiftung für bedürftige Mitarbeiter eingerichtet, sodass niemand, der unsere Firma im Alter verliess (das war natürlich nicht mit 65, sondern erst dann, wenn der Gesundheitszustand  das Arbeiten verunmöglichte, also kurz vor dem Sterben) Hunger leiden musste. Es gab viel Armut in jener Zeit, auch bei uns in der Schweiz. Wohlstand wurde eher versteckt; man schämte sich fast, wenn Materielles im Überfluss vorhanden war. Hilfsbereit war man also den Kriegsgeschädigten gegenüber, achtsam, den scheu erwachenden Wohlstand wachsen und gedeihen zu lassen, dagegen fast rücksichtslos und grob, wenn es darum ging, eigene Interessen voran zu treiben.</em></p>
<p><strong>Kursausschreibung: «Autobiografisches Schreiben» in Zürich </strong></p>
<p>Leitung: Tania Kummer</p>
<p>Wenn Sie aus Ihrem Leben erzählen, hören Sie stets: Du hast so viel erlebt, das musst du unbedingt aufschreiben! Sie können sich auch gut vorstellen, Ihre Lebensgeschichten zu Papier zu bringen – nur wissen Sie nicht, wie und wo Sie anfangen sollen. Im Kurs Autobiografisches Schreiben arbeiten wir in Theorie und Praxis am Gerüst Ihrer Autobiografie und daran, mögliche Inhalte zu finden und zu verbinden.</p>
<p>Kursbeschreibung:</p>
<p>Sie lernen eine Methode kennen, mit der Sie das Gerüst Ihrer Autobiografie erstellen können. Darüber hinaus wecken wir mit Schreibspielen Erinnerungen und probieren Textformen aus. Sie erhalten das Rüstzeug, um nach dem Kurs an Ihrer Autobiografie zu arbeiten und praktische Tipps, wie Sie das Schreiben in Ihren Alltag integrieren können.</p>
<p>Daten:     Frühjahr 2011<br />
Zeit:         09.00 – 12.00 und 13.30 – 17.00<br />
Dauer:     3 Tage<br />
Preis:        Fr. 750.-<br />
Kursort:    Zürich, Nähe Hauptbahnhof</p>
<p>Voraussetzungen: Bereitschaft, in der Gruppe aus dem eigenen Leben zu erzählen und Lust aufs Schreiben. Besondere Schreibkenntnisse sind nicht nötig.</p>
<p>Quellen:<br />
-    Tatjana Keiner, Muriel Macé und Erika Theobald:<br />
Wir sind, woran wir uns erinnern.  Artikel aus Psychologie heute  März 2000<br />
-    Harald Welzer:<br />
Das kommunikative Gedächtnis. Beck Verlag München, 2002.<br />
-    Werner Stangls Arbeitsblätter:<br />
Funktion des Gehirns aus dem Internet<br />
-    Osborn / Schweitzer / Trilling:<br />
Erinnern. Eine Anleitung zur Biografiearbeit mit alten Menschen<br />
Lambertus Verlag, Freiburg im Breisgau, 1997</p>
<p>Autorin:<br />
Tania Kummer, *1976, Schriftstellerin, Zürich. Zuletzt ist 2009 ihr Erzählband «Wäre doch gelacht» im Zytglogge-Verlag erschienen. <a href="http://www.taniakummer.com" target="_blank">www.taniakummer.com</a></p>
<p>Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, kopieren verboten.</p>
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		<title>Wir sind arm &#8211; Schreibkurs der Caritas in Zürich</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 07:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fatima Vidal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diverses]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas]]></category>
		<category><![CDATA[Tania Kummer]]></category>
		<category><![CDATA[Tobias Lätsch Swiss Photographer]]></category>
		<category><![CDATA[Wir sind arm]]></category>

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		<description><![CDATA[100‘000 Menschen im Kanton Zürich sind von Armut betroffen. Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung hat Caritas eine Wanderausstellung in verschiedenen Städten durchgeführt. Caritas Zürich hat ihre Wanderausstellung und die Guerillakampagne mit einem Schreibseminar für Armutsbetroffene ergänzt. Der Kurs ist von der Schriftstellerin Tania Kummer geleitet worden. Sozial Benachteiligte ergreifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>100‘000 Menschen im Kanton Zürich sind von Armut betroffen.  Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer  Ausgrenzung hat Caritas <span id="more-454"></span>eine Wanderausstellung in <img title="Weiterlesen..." src="http://www.textin.ch/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" />verschiedenen  Städten durchgeführt.</p>
<p>Caritas Zürich hat ihre Wanderausstellung und die <img class="alignleft size-full wp-image-457" title="SONY DSC" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/08/DSC04587_250.jpg" alt="" width="376" height="250" />Guerillakampagne mit  einem Schreibseminar für Armutsbetroffene ergänzt. Der Kurs ist von der  Schriftstellerin Tania Kummer geleitet worden. Sozial Benachteiligte  ergreifen selber das Wort.</p>
<p>Tobias Lätsch  hat für textin die Teilnehmer/innen des Kurses und Tania Kummer in Zürich  besucht.</p>
<p>Istvan Cseh, Teilnehmer des Seminars, hat uns seinen Text zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!</p>
<p><strong>Armut als kollektiver Reichtum</strong></p>
<p>Wie arm bin ich wirklich, und wie reich überhaupt? Wo stehe ich als  statistisch an der Armutsgrenze lebender Neuarmer? Was das Geld  betrifft, gehöre ich der Elite der Neuarmen an. In der geistlichen Welt  hingegen fühle ich mich als Neureicher wohl aufgehoben. Das ist ja das  Tolle an meinem Chef da oben: Er lehrt mich, wie ich diesseits und fern  vom Materiellen glücklich sein darf. Die Armut aber schleicht sich um  die Häuserecken der zubetonierten Schweiz. Wenn aus Zement, Sand, Kies  und Wasser erdbebenresistente Grundmauern gebaut werden, kann es sein,  dass die Armut ausserhalb gar nicht mehr wahrgenommen wird. Denn: „Was  ich nicht sehe, kann ja auch gar nicht sein.“</p>
<p>Einmal habe ich Touristen vor dem Provisorium des Einkaufszentrums  Globus in Zürich gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, dass in dieser  Stadt viele arme Leute leben. Sie schauten mich verwundert an. Ich  erzählte ihnen, welche Organisationen Brotstuben betreiben, wo sich  Auffangstellen befinden und an welchen Orten für wenig Geld Essen  aufgetischt werde. Am Schluss schüttelten wir uns die Hände und ich war  mir sicher, ihren Ferientag nicht vermiest zu haben.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-458" title="SONY DSC" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/08/caritas02_250h.jpg" alt="" width="348" height="231" />Oft ging ich im „Gelben Stern“ der Heilsarmee essen. In diesem Lokal  im Zürcher Niederdorf wurde ab 18.30 Uhr ein warmes Essen serviert und  das für nur drei Franken! Eine Suppe als Vorspeise, Sirup und Kaffee  sowie eine Portion Salat nebst dem Hauptmenu. Wer nicht fleischlos  bleiben wollte, konnte mit drei Franken Aufschlag seinen Teller mit  einem Stück Fleisch garnieren. Ich fühlte mich reich umsorgt. Ich wurde  in Gesprächen herausgefordert, genoss die Gesellschaft, und was das  Essen betraf, konnte ich ein Hallelujah herausposaunen. Vielleicht bin  ich als Kind einmal in den Kochtopf gefallen – so sehr mag ich das  Essen.</p>
<p>Kaum hatte ich den Bauch vollgeschlagen schob sich plötzlich eine  graue Wolke vor mein wohliges Gefühl. In dicken Buchstaben leuchtete das  Wort „Einsamkeit“ vor mir auf und ich fühlte ein Stechen in der Brust.  Was war geschehen? Romantisch veranlagt, nahm ich an, dass mich hie und  da jemand in den „Gelben Stern“ begleiten würde.  Doch eine mir  nahestehende Person sagte, sie sei traurig, wenn sie daran denke, wie  ich „unten durch“ müsse. Deshalb wolle sie mich auch nicht <img class="alignleft size-full wp-image-459" title="SONY DSC" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/08/caritas_3_250h.jpg" alt="" width="333" height="221" />in dieses  Restaurant begleiten.</p>
<p>Ich schluckte! Kumuliert mit anderen Absagen aus dem näheren Umfeld  brach etwas in mir zusammen. Das ist also meine Herausforderung: Wie  gehe ich damit um, dass man mich immer wieder auf meine Umstände  reduziert. Dabei ist es doch genau diese Betonmauer, die ich  niederreissen will! Ich bin nicht ansteckend – und nein, du bekommst  keine Migräne, wenn du mich besuchst oder mich zum Sozialamt begleitest!</p>
<p>Ich bin zugleich arm und reich, sowohl reich und arm. Wenn wir die  Armut als kollektiven Reichtum ansehen, werden die Mauern schnell  niedrig und Gemeinschaft kann entstehen. Nichts ist grösser, als in der  Armut reich sein zu dürfen. Reich an Glück, reich an Frieden, reich an  Erfahrung, reich an Hoffnung &#8211; und einer Portion Zuversicht für die  Zukunft.<br />
Gehen wir essen?</p>
<p><strong>Kurzbiografie István Cseh jr.</strong></p>
<p>István Cseh jr. (*1971) lebt und arbeitet in Zürich. Seine  Schulbildung genoss er in Thalwil, dort absolvierte er eine  kaufmännische Lehre in einer Bank. Sein Name ist ungarischer Herkunft.  Seine Eltern flüchteten 1956 aus Ungarn und lernten sich in Zürich  kennen. Der Autor begann in der Schulzeit Gedichte zu verfassen und  veröffentlichte bis jetzt drei Gedichtbände im Eigenverlag. Zu seinen  Hobbys zählt er Kino, Theater, Kochen und Ausstellungen besuchen. Der  Autor schreibt an einem Gedichtband, den er dieses Jahr veröffentlichen  möchte. Seine virtuelle Heimat ist auf <a href="http://www.chblog.ch/wortcafe" target="_blank">www.wortcafe.ch</a> zu  finden.</p>
<p><a href="http://www.wir-sind-arm.ch" target="_blank">www.wir-sind-arm.ch</a></p>
<p>Copyright der Bilder: Tobias Lätsch</p>
<p>Bitte Urheberrechte beachten: Verlinken erlaubt, kopieren verboten.</p>
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