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	<title>Textin &#187; Rezensionen</title>
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	<description>Das Magazin der Schreibszene Schweiz</description>
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		<title>Dunkle Rache – ein Nürnberg-Krimi von Billie Rubin</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michele Minelli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Billie Rubin]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkle Rache]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Kurz vor Weihnachten trudelte er ein, der neue Krimi der vielseitigen Autorin Ute Hacker. Unter dem Pseudonym Billie Rubin verfasst sie Kriminalgeschichten, als Ann E. Hacker erotische Literatur und als Luisa Hartmann Kinderbücher. Und hier lag er also vor mir, dunkelblaues Cover mit einer arabisch angehauchten Schrift: der erste Regionalkrimi, den ich lesen sollte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Kurz vor Weihnachten trudelte er ein, der neue Krimi der vielseitigen Autorin Ute Hacker. Unter dem Pseudonym Billie Rubin verfasst sie Kriminalgeschichten, <span id="more-689"></span>als Ann E. Hacker erotische Literatur und als Luisa Hartmann Kinderbücher. Und hier lag er also vor mir, dunkelblaues Cover mit einer arabisch angehauchten Schrift: der erste Regionalkrimi, den ich lesen sollte. Diese Rezension ist ein Erlebnisbericht.</p>
<p>Erste Fragen, die sich mir vor meinem Aufbruch in die Gefilden eines kriminellen Nürnbergs, fränkisch: Nermberch, stellten, waren:<br />
Muss ich mich bei einem Regionalkrimi darauf gefasst machen, dass die Autorin ihre Geschichte mit dem Stadtplan in der einen und dem Aufnahmegerät in der anderen Hand verfasst hat? Steht eine Überdosis Lokaltkolorit zu befürchten? Ein camouflierter Fremdenführer gar, der möglichst viele Sponsoren unterbringen muss?<br />
Mitnichten.</p>
<p>Bei »Dunkle Rache« wird schon auf den ersten Seiten klar, dass Billie Rubin höhere Ansprüche hat. Sie führt unmittelbar in das Geschehen ein, das sich im Hintergrund von Attentaten abspielt, sie lüftet gleichsam den Schleier des Unfassbaren und gibt ihm mit ihren Figuren Bewegungsmotiv und Gesicht. Und während ich mich innerlich noch vorsichtig herantaste, sieht sich die ehemalige Kommissarin und heute als Bodyguard tätige Protagonistin Charlotte Braun schon bald der ganzen Herausforderung gegenüber, die religiös-politischer Fanatismus mit sich bringt: sie muss Farid Nizami beschützen.<br />
Nizami, seines Zeichens oppositioneller Autor aus dem Iran, ist soeben in die Frankenmetropole in eine geschützte Wohnung des P.E.N. gezogen. In seinem Heimatland mit dem Tod bedroht, hat auch in Deutschland für ihn die Verfolgung kein Ende genommen. Bei einem Anschlag wurde seine Frau getötet, und es gilt für ihn, sich in einem Leben voller Ungewissheit zurechtzufinden. Da passt ihm zuerst gar nicht, dass er ausgerechnet von einer Frau beschützt werden soll, ein Mann, meint er, wäre ihm da schon gemäßer.<br />
Geschickt jongliert Billie Rubin mit Klischees, ohne sich darin zu verlieren oder ihnen zu viel Gewicht zu geben, und ebenso geschickt gelingt ihr die Gratwanderung zwischen anspruchsvoller Haltung und Heimatreflex. Die organisierte und minutiös geplante Kriminalität in der eigenen Nachbarschaft hat etwas Unmittelbares, und es ist immer wieder köstlich, wie sich in die Internationalität der Geschichte, die neben Nürnberg auch an den Schauplätzen London und Teheran spielt, die Urgewalt des Dialekts mischt. Als eine Bombe im Innenhof eines Wohnhauses detoniert, ruft die perplexe Nachbarin nach Charlotte – in breitestem Fränkisch – die Treppenstufen hinauf: Schaloddeeeeeeeeeee! Das muss man sich erst einmal getrauen.</p>
<p>Und wie steht es mit dem Stadtplan, den Sponsoren? Gut, ich werde zuweilen fast wie mit einem Navigationsgerät durch die Straßen geführt und ich erfahre auch, dass es in Nürnberg ein Restaurant Zeitlos gibt und eines mit Namen Sabberlodd, aber das alles stört nicht, wirkt nicht aufgesetzt sondern ist homogen in den Lauf der Geschichte eingearbeitet.<br />
Mein Fazit nach dieser Reise also? Die Heimat als Handlungsraum für eine Kriminalgeschichte zu verwenden kann durchaus stimmig und auch packend sein, solange die eigentliche Story solid recherchiert ist und hält, was sie verspricht. Im Falle von Billie Rubins »Dunkle Rache« tut sie das.<br />
Ganz gwiiß.</p>
<p>Billie Rubin, Dunkle Rache, Allitera Verlag 2011<br />
ISBN-978-3-86906-165-8</p>
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		<title>Hier endet der Himmel</title>
		<link>http://www.textin.ch/rezension-brigitta-romer/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 14:39:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michele Minelli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Brigitta Römer]]></category>
		<category><![CDATA[Hier endet der Himmel]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Hier endet der Himmel 55 Geschichten von Brigitta Römer Was passiert, wenn man scheinbar Banales mit Surrealem mischt? Wenn man sich nicht scheut, dem Alltag kleiner Leute nachzugehen, bedingungslos den Weg mit ihnen geht, bis ganz ans Ende? Wenn man als Autorin für seine Figuren da ist und dableibt, egal wie hoffnungslos ein Abenteuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Hier endet der Himmel<br />
55 Geschichten von Brigitta Römer</p>
<p>Was passiert, wenn man scheinbar Banales mit Surrealem mischt? Wenn man sich nicht scheut, dem Alltag kleiner Leute nachzugehen, bedingungslos den Weg mit ihnen geht, bis ganz ans Ende? <span id="more-676"></span>Wenn man als Autorin für seine Figuren da ist und dableibt, egal wie hoffnungslos ein Abenteuer auch scheinen mag? Dann entstehen Geschichten von überraschender Einfachheit und Dichte. Geschichten von Brigitta Römer.<br />
Eine Entdeckung.</p>
<p>Liebevoll aber mit kritischem Blick zeichnet Brigitta Römer in wenigen Strichen das Portrait ihrer Figuren. Wir lernen Lino kennen und Viktor, Jagoda und Linda, Horst und Tosca und mit ihnen manche mehr, die das Leben an die Ufer der Welt gespült hat oder über die Ränder derselben hinaus. Wir trauern und wir empören uns mit ihnen und über sie, und nicht selten wünschen wir uns, einzuschreiten. Dass aber Brigitta Römers Figuren so selten selber einschreiten, dass sie ihr Schicksal lakonisch, geduldig und ergeben annehmen, zeigt – in der Fülle der Geschichten – auch deren Größe. Sie müssen nicht in (un-)heilige Kriege ziehen und gegen Windmühlen ankämpfen, lieber bleiben sie sich selber treu.</p>
<p>Passend zu den „kleinen Leuten“ hat sich die Autorin für eine konsequente Kleinschreibung entschieden. Die gewählte Kürze der Texte wirkt kontradiktorisch zur Tiefe der Schicksale. „Hier endet der Himmel“ ist das erste Buch von Brigitta Römer. Ein eigenwilliger Auftakt, geschrieben in einer unverblümten Sprache, die keine Scheu kennt und große Ungerechtigkeiten im Leben kleiner Leute benennt.</p>
<p>Brigitta Römer<br />
Hier endet der Himmel<br />
ISBN 978-3861425397<br />
Edition Isele, 2012</p>
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		<title>Die Schuld der Schwebfliege</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 18:13:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michele Minelli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Breitsprecher]]></category>
		<category><![CDATA[Michele Minelli]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension.  Deutschland. Sommer 2010, die Fußball-WM steht vor der Tür, Griechenland mit seiner Eurokrise ist in aller Munde, und das, was die Menschen umtreibt, schlägt die BILD in breiten Lettern Tag für Tag aufs Titelblatt. Die Luft ist leicht, und der Wind weht lau und alles könnte so wie immer sein. Nur für Martina Wernicke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension.  Deutschland. Sommer 2010, die Fußball-WM steht vor der Tür, Griechenland mit seiner Eurokrise ist in aller Munde, und das, was die Menschen umtreibt, schlägt die BILD in breiten Lettern Tag für Tag aufs Titelblatt. Die Luft ist leicht, und der Wind <span id="more-666"></span>weht lau und alles könnte so wie immer sein. Nur für Martina Wernicke ist nichts wie immer. Mit knapper Not hat die Bundestagsabgeordnete ein Attentat überlebt und sich nun für eine Auszeit – so der Titel des Romans von Claudia Breitsprecher – ins leer stehende Haus einer Freundin zurückgezogen. „Ich bin aufs Land gefahren, um unsichtbar zu sein“, sagt sie.  Hier hofft sie, Klarheit für sich und ihr Leben zu finden. Zurück zu finden, in ihr Leben.<br />
Äußerst einfühlsam und sensibel begleitet sie die Schriftstellerin Claudia Breitsprecher einen Sommer lang, schaut ihr über die Schulter, schaut ihr ins Herz. In den vielen aneinander gereihten unmittelbaren Nahaufnahmen entwickelt sich so für die Leser eine gespenstische Stimmung, die knappen, wie abgemessenen Sätze schlagen im Paniktakt des Herzens und bekräftigen den Eindruck von Enge und Eingeschlossensein. Schnell macht sich Beklemmung breit, aber Martina Wernicke, die sich in ihrem Kokon der Selbstbetrachtungen scheinbar eingerichtet hat, beginnt in kurzen Rückschauen ihr Leben Revue passieren zu lassen: wie sie als Kind in die Verantwortung hineingerutscht war, wie sie diese Verantwortung fortan für andere trug, ihr Weg in die Politik, ihr Wandel von einer überzeugt Kämpfenden zu einer taktisch Handelnden, ihre Liebe zu Eleni und schließlich der Verlust ebendieser.<br />
Nur in kleinen Portionen und nur etappenweise lässt Martina so etwas wie eine Außenwelt an sich heran. Mit begrenztem Blick nur schaut sie hin, zum Beispiel zu ihren Nachbarn im Nebenhaus, und erkennt nach und nach, was es heißt, mit der Politik leben zu müssen, die sie mitgestaltet hat. Unvergleichlich, wie dabei die Echos der Lebensklugheiten ihrer Mutter in Martinas Schädel hallen &#8230; durch Schaden wird man klug, &#8230; ohne Fleiß kein Preis, &#8230; süß ist der Apfel, hart ist der Fall.</p>
<p>Jedes vorbeifahrende Auto kann in Martina Paranoia auslösen, sie weiß, vom Trauma des Übergriffs ist sie noch lange nicht geheilt. „Was ich brauche, ist ein bisschen Optimismus. Ich versuche es mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Mir wird nicht zweimal hintereinander dasselbe passieren“, wie man sich bettet, so liegt man, „Glaubt man den Erkenntnissen sozialwissenschaftlicher Forschung, ist mein Auftreten entscheidend dafür, ob jemand mich töten will oder nicht. Es ist ganz wie im Reich der Tiere. Demnach ist es die Schuld der Schwebfliege, wenn sie es nicht schafft, als wehrhafte Hornisse zu erscheinen.“</p>
<p>Die deutsche Autorin Claudia Breitsprecher, geboren in Westfalen und aufgewachsen in Berlin, hat Soziologie, Psychologie und Politik studiert. Der Einblick, den sie in die politischen Quertreibereien gewährt, ist erhellend und immer mit der nötigen Sorgfalt in die Geschichte einverarbeitet. Nie lässt sie uns orientierungslos umher irren im Garten der Staatskunst, stets gibt sie die Landkarte in die Hand, die Verständnis ermöglicht. Und damit erreicht sie, dass wir Martina Wernicke so lange treu zur Seite bleiben, in ihrem Leihhaus, weitab von allem, in ihrem Garten auf dem Land, ihre Geschichte miterleben, die auch die Geschichte einer Liebe ist. Bis plötzlich die Realität in diese vermeintliche Idylle einbricht, unschön und brutal, den Kokon zum Bersten bringt und Martina eine Entscheidung abverlangt, die sie nicht für möglich gehalten hätte.</p>
<p>Sinnlich, die kleinen feinen Momente, in denen so etwas wie Erkenntnis ins Bewusstsein dringt: „Das Paradies ist nicht im Himmel, sondern in den Augenblicken, in denen wir kein Unheil erwarten“, geradezu grandios, wie Breitsprecher das Erwachen ihrer Protagonistin ab Seite 184 beschreibt. Aber das soll jede und jeder selber lesen. Das vom Verlag überaus geschmackvoll gestaltete Hardcover wiegt nur 287 Gramm in der Hand. Im Kopf, im Herzen wiegt es mehr.</p>
<p>Claudia Breitsprecher<br />
Auszeit<br />
Krug &amp; Schadenberg<br />
ISBN 978-3-930041-79-4<br />
224 Seiten, gebunden</p>
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		<title>«Die Integrierten» von Michèle Minelli, Fotos Anne Bürgisser</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 18:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ruth Loosli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts und Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Asylwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Integrierten]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Michele Minelli]]></category>
		<category><![CDATA[Sans Papiers]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Buchbesprechung. Was die Autorin Michèle Minelli und die Fotografin Anne Bürgisser realisiert haben, ist ein Buch mit vierzehn Menschenportraits. Es erzählt die Migrations- und Integrationsgeschichte von 14 Frauen und Männern, die alle aus unterschiedlichen Ländern in die Schweiz zugewandert sind und hier sesshaft geworden sind. Was diese 14 verbindet, ist, dass sie heute alle im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Buchbesprechung. Was die Autorin Michèle Minelli und die Fotografin Anne Bürgisser realisiert haben, ist ein Buch mit vierzehn Menschenportraits. Es erzählt die Migrations- und Integrationsgeschichte von <span id="more-610"></span>14 Frauen und Männern, die alle aus unterschiedlichen Ländern in die Schweiz zugewandert sind und hier sesshaft geworden sind.<br />
Was diese 14 verbindet, ist, dass sie heute alle im Bereich Asylwesen arbeiten.</p>
<p>So entsteht für den Leser nicht nur ein Eindruck, wie Integration gelingen kann, sondern auch ein Einblick in das Asylwesen Schweiz. Das Buch ist konzipiert wie eine Tour d’Horizon entlang an den Rändern der Schweiz:</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-613" title="Die Integrierten, Michele Minelli, huber Verlag" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/04/die-Integrierten_Minelli.jpg" alt="" width="114" height="173" />Es startet mit einem Portrait einer Mitarbeiterin eines Empfangs- und Verfahrenszentrums, reicht über verschiedene Geschichten von Frauen und Männern, die in Durchgangszentren oder in der Integrationsarbeit tätig sind bis hin zu einem Rückkehrberater oder einer Frau, die in der Notunterkunft „Chefin über 100 abgewiesene Männer“ ist. Und auch eine Geschichte einer Integrierten, die niemand sehen darf, ist im Buch enthalten, im beeindruckenden Portrait einer so genannten Sans-Papier.</p>
<p>Das Buch hat mich gefesselt und ich möchte es wärmstens weiterempfehlen. In der aktuellen Diskussion um Flucht und Asyl könnte es einen wertvollen Dienst erweisen, aber das bedingt, dass es verbreitet und gelesen wird.<br />
Die Autorin M. Minelli hat 14 Menschen eine Stimme gegeben, die ich so noch nicht vernommen habe. Persönlich sagt sie:<br />
<em>&#8220;Mich stört, dass in der aktuellen Diskussion um Ausländer in der Schweiz – also um Menschen, die ohne roten Pass hier leben, wohnen, arbeiten – immer wieder Probleme in den Vordergrund gerückt werden. Das entspricht ganz einfach nicht der Realität.&#8221;</em><br />
In diesem weltumspannenden Buch kommen Menschen zu Wort, die es geschafft haben, sich zu integrieren und nun anderen helfen, diese Erfahrung ebenfalls machen zu können. Die Fotos der bekannten Fotografin Anne Bürgisser stellen die Porträtierten in einen Rahmen, der Würde und Respekt ausstrahlt. Ein ausführlicher Anhang mit Glossar und Adressen rundet das Werk ab. Chapeau, kann ich da nur sagen.</p>
<p>Michèle Minelli<br />
<strong>Die Integrierten</strong><br />
huber Verlag 2011<br />
Mit 14 Fotografien von Anne Bürgisser Lehmann<br />
ISBN 978-3-7193-1576-4</p>
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		<title>Die Pralinen-Prinzessin von Blanca Imboden</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 11:20:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zora Debrunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Blanca Imboden]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Die Pralinen Prinzessin]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Eigentlich sind wir erst am Ende der Geschichte wirklich bei der „Pralinenprinzessin“ mit dabei. Verpasst haben wir 25 mühsame Diätwochen, welche die ehemals dicke Protagonistin Tina mit Erfolg hinter sich gebracht hat. Sie schaffte dies dank hartem Willen, Joggingtraining, Wut im Bauch und – der Slim-Happy-Gruppe. Nun ist sie deren Aushängeschild und Werbestar. Auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Eigentlich sind wir erst am Ende der Geschichte wirklich bei der „Pralinenprinzessin“ mit dabei. Verpasst haben wir 25 mühsame Diätwochen, welche die ehemals <span id="more-601"></span>dicke Protagonistin Tina mit Erfolg hinter sich gebracht hat. Sie schaffte dies dank hartem Willen, Joggingtraining, Wut im Bauch und – der Slim-Happy-Gruppe. Nun ist sie deren Aushängeschild und Werbestar. Auf der Suche nach ihrem Glück, der Auseinandersetzung mit dem nun doch viel schöneren Körper und dem Sinn des Lebens fällt Tina von Trampolinen, leidet mit Freundinnen mit und reist schlussendlich nach Afrika zu einem Shooting, wo sich ihre Zukunft endgültig klärt.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-602" title="Pralinen_Prinzessin_114" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/03/Pralinen_Prinzessin_114.jpg" alt="" width="114" height="181" />Blanca Imboden begeistert in diesem Buch durch ihren Humor – das Vorwort, die ersten paar Sätze sind nur ein Vorgeschmack auf die umwerfend tragisch-komischen Szenen, die jede/r von uns so schon erlebt hat und dadurch doppelt glaubhaft wirken. Trotz des Covers definitiv kein übliches „Wölkchenbuch“! Ich spreche bewusst auch die männlichen Leser an, die sich von Imbodens schnörkellosem Schreibstil und ihrer Leidenschaft für Afrika ruhig mitreissen lassen dürfen. Ich empfehle das Buch jedem, der schlaflose Nächte verlebt und dann gerne liest. Und auch allen romantischen Seelen, die sich trotz alltäglichem Mager-Terror einen Rest Molligkeit im Herzen bewahrt haben und keine Scheu vor Holzbeinen jedwelcher Art haben&#8230;</p>
<p>Blanca Imboden<br />
Die Pralinen-Prinzessin<br />
Piper Verlag (April 2011)<br />
ISBN: 978-3492259286</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-603" title="Blanca_Imboden" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2011/03/Blanca_Imboden.jpg" alt="" width="237" height="92" />Mehr über die Innerschweizer Autorin erfahren Sie unter <a title="Blanca Imboden, Autorin" href="http://www.blancaimboden.ch">www.blancaimboden.ch</a></p>
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		<title>Federica de Cesco «Das Haus der Tibeterin»</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 10:32:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Delia Ottone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Das Haus der Tibeterin]]></category>
		<category><![CDATA[frederica de cesco]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Mit Dolkar einer jungen Schweizer Architektin mit tibetischen Wurzeln beginnt und schliesst dieser mitreissende und aufwühlende Roman. Sie, die sich bisher nicht gross um die Vergangenheit ihrer Familie gekümmert hat, wird durch die Entdeckung des vernarbten Rückens ihrer Mutter hellhörig und erzwingt Antworten, welche ihre Mutter und deren Bruder nur widerstrebend zu geben bereit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Mit Dolkar einer jungen Schweizer Architektin mit tibetischen Wurzeln beginnt und schliesst dieser mitreissende und aufwühlende Roman. <span id="more-592"></span>Sie, die sich bisher nicht gross um die Vergangenheit ihrer Familie gekümmert hat, wird durch die Entdeckung des vernarbten Rückens ihrer Mutter hellhörig und erzwingt Antworten, welche ihre Mutter und deren Bruder nur widerstrebend zu geben bereit sind. Schockiert und neugierig zugleich versucht sie den schmalen Grat zwischen Abwehr, Schmerz und grausamen Erinnerungen zu überwinden. Schliesslich bricht ihre Mutter das Schweigen und erzählt die Familiengeschichte: Vom Leben ihrer Urgrossmutter, die als herrschaftliche Dame im alten Tibet lebte, vom unkonventionellen Leben ihrer Grossmutter und schliesslich von sich und ihren Erlebnissen, die sie schlussendlich in die Schweiz geführt haben. Die Erzählungen führen Dolkar mitten in die Zeiten des Umsturzes und der chinesische Machtübernahme. Mit brutaler, erschreckender Direktheit erfährt sie Einzelheiten über den chinesischen Einmarsch in den Tibet und von den gehirnwaschenden, maoistischen Parolen, denen ihre Mutter und deren Geschwister ausgesetzt waren.</p>
<p>Dolkar erkennt, dass trotz der erzwungenen Geständnisse vieles unausgesprochen bleibt und bucht kurzentschlossen eine Reise in den Tibet. Auf der Suche nach dem Haus ihrer Ahninnen und den Erinnerungen, die, gespeichert in jeder Zelle ihres Körpers nach der Wahrheit schreien, findet sie eine neue Welt. Ein Welt, die nichts gemeinsam mit der Vergangenheit zu haben scheint. Und doch enthüllt sich ihr eine Vergangenheit.</p>
<p>Federica de Cesco hat es einmal mehr geschafft, Liebe, Mut, Zerstörung und Verrat mit brisanten politischen Hintergründen zu einem interessanten Roman zu verknüpfen. Ihr Buch bietet eine ebenso authentische, bewegende wie lesenswerte Antwort auf viele Fragen, welche Tibet betreffen. In leicht verständlicher, wenn auch schonungsloser Weise erklärt sie die politischen Hintergründe der Besetzung Tibets und gibt Einblick in Maos Ideen, welche mit staatsblindem Eifer durchgesetzt wurden.</p>
<p>Kritik erlaube ich mir nur in Hinsicht auf die bereits früher erschienen Tibet Bücher Federica de Cescos. Wer das Jugendbuch „Die goldenen Dächer von Lhasa“ gelesen hat oder „Die Tibeterin“ und dessen Folgeband, dem wird gelegentlich Einiges bekannt vorkommen.</p>
<p>Das Haus der Tibeterin ist nicht nur einen historischer Rückblick auf die aufrührerischen 50er Jahre, sondern ebenso ein Zeitdokument auf die aktuelle Lage im Tibet.</p>
<p>Ein absolut lesenswertes und unterhaltsames Buch, obwohl ich mich fast sträube, es als unterhaltsam zu betiteln, anlässlich des brisanten Themas.</p>
<p>Federica de Cesco<br />
Das Haus der Tibeterin<br />
Roman. Verlag Blanvalet<br />
ISBN 978-3-442-37627-8</p>
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		<item>
		<title>Erotik vs. Schokolade</title>
		<link>http://www.textin.ch/erotik-vs-schokolade/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 15:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zora Debrunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Der Grund für mich, bisher Anthologien zu meiden, war derselbe wie keine abgepackte Pralinenauswahl zu kaufen. Es ist ja ziemlich ähnlich: in einer Anthologie findet man ein paar Perlen, sprich jene Truffes mit Rosenaroma, die man besonders liebt, vielleicht noch einen dunkeln Rahmtrüffel oder eine bestimmte Sorte Mocca-Pralinen. Der grösste Teil einer Pralinenpackung besteht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Der Grund für mich, bisher Anthologien zu meiden, war derselbe wie keine abgepackte Pralinenauswahl zu kaufen. Es ist ja ziemlich ähnlich: in einer Anthologie <span id="more-505"></span>findet man ein paar Perlen, sprich jene Truffes mit Rosenaroma, die man besonders liebt, <a rel="attachment wp-att-508" href="http://www.textin.ch/erotik-vs-schokolade/sterbenslust_237-2/"><img class="alignnone size-full wp-image-508" title="Sterbenslust_237" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/11/Sterbenslust_2371.jpg" alt="" width="237" height="149" /></a>vielleicht noch einen dunkeln Rahmtrüffel oder eine bestimmte Sorte Mocca-Pralinen. Der grösste Teil einer Pralinenpackung besteht jedoch aus Gianduja, Haselnuss-Pralinen, Marzipan und all jenem Gesocks, von dem man vermutet, dass es nur in der Schachtel drin ist, damit sie nicht so leer wirkt.</p>
<p>Und so ist es auch bei den Anthologien. Meistens. Ein paar löbliche Ausnahmen ausgeklammert. Eine davon ist dieses Buch: „Sterbenslust“, herausgegeben von Paul Ott, beinhaltet  21 erotisch-kriminelle Kurzgeschichten. Dieses Buch gehört aufs Nachttischchen und nichts aufs Klo. Denn manch einer wundert sich, dass der Gast die abendliche Tafel verlässt und länger nicht mehr wiederkehrt. Einen Teil der Schuld trägt dieses Buch. Den anderen die träge Verdauung.</p>
<p>Als Krimi-Fan liebe ich natürlich Kurzgeschichten. Aber schaffen es die versierten Autoren wirklich, auch Erotik einzuflechten?</p>
<p>Ja! Zwar ist die Intensität der Eindrücke unterschiedlich, doch einige meiner Favoriten können sich wirklich sehen lassen. Da ist beispielsweise „Shoemaniac“ von Sabine Naber, eine Story, die spannend und grausam ist und gleichzeitig starke Hühnerhaut hervorruft. Ingeborg Frauendorfers „Flumtrübel“ schafft den schwierigen Spagat zwischen Bauernschwank und erotischer Farce. „Schwarzes Gold“ von Stefan Slupetzky hingegen bringt alles mit, was einen albtraumhaften Erotik-Thriller ausmacht: ein geheimnisvoller Held und eine schöne Frau. Mischa Bachs „Nach seinem Bilde“ kommt elegant daher und hält für den Leser eine Überraschung bereit.<br />
Der einzige Wermutstropfen dieser Anthologie stellt für mich Gunter Gerlachs „Ehrlich werden“ dar. Was daran erotisch oder kriminell sein soll, hab ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht verstanden.</p>
<p>So kann man dem Herausgeber nur gratulieren zu einem Buch, das nicht nur wunderschön daherkommt, sondern auch einen Inhalt bietet, der für mehrere Stunden Lesen mit Hühnerhaut sorgt. Und um nochmals die Pralinenschachtel-Metapher zu bemühen: dieses Buch können Sie prima an Liebhaber guter Schokolade verschenken.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-509" href="http://www.textin.ch/erotik-vs-schokolade/sterbenslust/"><img class="alignnone size-full wp-image-509" title="Sterbenslust" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/11/Sterbenslust.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Paul Ott<br />
Sterbenslust<br />
Gmeiner Verlag, 2010<br />
ISBN 978-3-8392-1057-4<br />
<strong><br />
</strong></p>
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		<title>Alexandra Lavizzari «Flucht aus dem Irisgarten»</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 07:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>textin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Tanias Buchtipp auf Radio DRS3]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Lavizzari]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht aus dem Irisgarten]]></category>
		<category><![CDATA[Radio DRS3]]></category>
		<category><![CDATA[Tania Kummer]]></category>

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		<description><![CDATA[Tanias Buchtipp. Der wundersame Erzählband «Flucht aus dem Irisgarten» birgt Geheimnisse und Spannung(en), Beziehungsfeinheiten- und Abhängigkeiten und &#8211; er zeigt die Elemente in ihren Kräften. Von der Quelle bis zum Wasserfall &#8230; Die elf Erzählungen sind wie Flüsse. Sie entspringen als Bächlein leicht sprudelnd einer reinen Quelle. Das Bächlein plätschert nie nur so vor sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tanias Buchtipp.<strong> Der wundersame Erzählband «Flucht aus dem  Irisgarten» birgt Geheimnisse und Spannung(en), Beziehungsfeinheiten-  und Abhängigkeiten und &#8211; er zeigt die Elemente in ihren Kräften.<span id="more-419"></span><img title="Weiterlesen..." src="http://www.textin.ch/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Von der Quelle bis zum Wasserfall</strong> &#8230;</p>
<p>Die elf Erzählungen sind wie Flüsse. Sie entspringen als Bächlein  leicht sprudelnd einer reinen Quelle. Das Bächlein plätschert nie nur so  vor sich hin, sondern fliesst flink über blanke Steine und wird, man  versieht sichs nicht, zum reissenden Fluss, das Sprudeln wird zum  Getöse, noch kann man den gefährlichen Wasserfall, auf den der Fluss  zuhält, nicht sehen, doch man ahnt man ihn kommen und auf einmal spürt  man: Er ist da.<br />
Der Verstand nennt die seltsamen Ereignisse in diesem Band unmöglich:  Menschen werden zu Pflanzen, verfliessen im Wasser. Und ob Lavizzaris  moderner Erzählweise glaubt man, die Geschichten könnten sich im Hier  und Heute zutragen, gerade jetzt, im Zimmer nebenan</p>
<p><strong>.  &#8230; und hinaus ins Meer </strong></p>
<p>In der Erzählung «Schwimmen» hat ein Paar trotz oder gerade wegen  seiner Unterschiedlichkeiten zueinandergefunden. Doch mit der Zeit  häufen sich die Indizien, dass die Lust der Frau am Schwimmen  übertrieben ist.<br />
Die Atmosphäre wird immer seltsamer und auf einmal diese Ahnung: Es ist  nicht nur Lust: Die Frau kann nicht anders, kann sich dem Wasser nicht  entziehen, liegt dem Mann wie ein Fisch in der Hand, der Fisch droht zu  trocknen und zappelt, bis er entgleitet und – sich im Meer auflöst.<br />
«Flucht aus dem Irisgarten» ist ein Muss für: Trainierte Schwimmerinnen  und Schwimmer: Der Sog jeder einzelnen Erzählung in diesem Band zieht  den Leser ins offene, tiefe und unbekannte Gewässer hinaus. (tk)</p>
<p><strong>&gt;</strong> <a href="http://www.drs.ch/lib/player/radio.php?audiourl=rtsp%3A%2F%2Fa381.v23910e.c23910.g.vr.akamaistream.net%2Fondemand%2F7%2F381%2F23910%2F4c333771%2Faudio.drs.ch%2Fdrs3%2Fheute%2F2010%2Fbuchtipp_flucht.mp3" target="_blank">Buchtipp hören</a></p>
<p>Buchtipp von Tania Kummer auf Radio DRS 3. Copyright Radio DRS3.</p>
<p><a href="http://www.taniakummer.com" target="_blank">www.taniakummer.com</a></p>
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		<title>Groucho und ich</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 14:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zora Debrunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Div. Genres und Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts und Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Autobiografie]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Groucho & Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Groucho and Me]]></category>
		<category><![CDATA[Memoirs of a Mangy Lover]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Wer auf Autobiographien berühmter Männer abfährt, hat in den letzten Jahren eine längere Durststrecke hinnehmen müssen – sehen wir mal von Helmut Schmidts Lebensrückblick ab. Ich bin beim Stöbern auf eine löbliche Ausnahme gestossen, ein Buch, das nicht nur witzig und amüsant zu lesen ist, sondern ein Buch, das den Leser fürs Leben bildet: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Wer auf Autobiographien berühmter Männer abfährt, hat in den letzten Jahren eine längere Durststrecke hinnehmen müssen – sehen wir mal von Helmut Schmidts Lebensrückblick ab. <span id="more-338"></span><br />
Ich bin beim Stöbern auf eine löbliche Ausnahme gestossen, ein Buch, das nicht nur witzig und amüsant zu lesen ist, sondern ein Buch, das den Leser fürs Leben bildet: Groucho &amp; Marx in der hervorragenden Übersetzung von Sven Böttcher. Der Autor dieses Werkes heisst nicht sehr überraschend Groucho Marx und ist wahrscheinlich nur noch Menschen über 75 sowie unverbesserlichen Filmnerds ein Begriff. Anfangs des letzten Jahrhunderts jedoch war er einer der wichtigsten Komiker Amerikas. Als Teil der Marx Brothers fiel er besonders durch seinen bissigen Witz, den riesigen aufgemalten Schnauzer sowie eine ausgelutschte Zigarre auf. Doch der Mann konnte nicht nur tanzen, singen und spielen, sondern auch geistreich schreiben. Und so hat er für seine treuen Fans eine Lebensbeichte geschrieben, die ihresgleichen sucht. Dass er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt – er gibt es unumwunden zu – spielt keine grosse Rolle. Man nimmt ihm als Leser einfach alles ab: die schwere Kindheit, die Erfolglosigkeit am Anfang seiner Karriere, die Affären usw. All das beschreibt er mit einem Augenzwinkern. Sogar seine Ausführungen über die Wirtschaftskrise von 1929 lesen sich so, als hätte er sie erst gestern niedergeschrieben. Dabei ist der gute Mann seit 1977 tot. Aber das nur nebenbei. Wer schon immer wissen wollte, warum er nie einem Club beitreten sollte, der einen als Mitglied akzeptiert, sollte dieses Buch lesen. Lachkrämpfe garantiert.</p>
<p>Groucho Marx<br />
Groucho &amp; Marx<br />
Atrium Verlag Zürich. 2010.<br />
(Die Originalausgaben erschienen 1959 und 1963 unter den Titeln Groucho and Me und Memoirs of a Mangy Lover bei Bernard Geis Associates Books, New York.)</p>
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		<title>Martin Suter, Der Koch</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 06:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Ammann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Ammann Rezension Buchbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Der Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Suter]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension. Ein schlichter Titel wie «Der Koch» setzt in unseren Köpfen wenig in Gang. Der Name des Autors Martin Suter weckt hingegen auf Anhieb hohe Erwartungen. In seinen bisherigen sechs Romanen hat er uns virtuose Plots und ausgefallene Charaktere serviert. Das Rezept für einen Bestseller scheint er zu kennen. Ob er auch diesmal danach kocht? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension. Ein schlichter Titel wie «Der Koch» setzt in unseren Köpfen wenig in Gang. Der Name des Autors Martin Suter weckt hingegen auf Anhieb hohe Erwartungen. In seinen bisherigen sechs Romanen hat er uns virtuose Plots und ausgefallene Charaktere serviert.<span id="more-300"></span></p>
<p><a rel="attachment wp-att-302" href="http://www.textin.ch/martin-suter-der-koch/martin-suter_der-koch_114/"><img class="alignleft size-full wp-image-302" title="Martin Suter_Der Koch_114" src="http://www.textin.ch/wp-content/uploads/2010/05/Martin-Suter_Der-Koch_114.jpg" alt="" width="118" height="187" /></a>Das Rezept für einen Bestseller scheint er zu kennen. Ob er auch diesmal danach kocht? Das Coverfoto von Rainer Holz, «Woman Eating Caviar Off Finger», stimmt jedenfalls auf einen sinnlichen Lesegenuss ein und lässt vermuten, dass uns Suter keine Buchstabensuppe auftischt.</p>
<p>Die Geschichte beginnt in einem Zürcher Nobelrestaurant, wo Asylanten hinter den Kulissen die niederen Arbeiten verrichten, während die Reichen und Mächtigen bei Tische sitzen und trotz Finanzkrise fürstlich feiern. Küche und Kapital gehören verschiedenen Welten an, aber Suter führt sie über Politik, Panzergeschäfte, Partyservice und Prostitution bald zusammen.</p>
<p>Maravan, der Asylbewerber aus Sri Lanka, verliert seine Stelle als Küchenhilfe, weil er ein teures Küchengerät ausgeliehen hat, um für seine Arbeitskollegin Andrea ein Liebesmenü zu kochen. Er versteht sich auf die Geheimnisse der Molekularküche, auf ayurvedische Rezepte und exotische Gerichte mit aphrodisischer Wirkung. Obwohl Andrea keinerlei Interesse an ihm hat, erliegt sie nicht nur seinen magischen Kochkünsten und kommt auf eine lukrative Geschäftsidee. Was mit exklusiven sexualtherapeutischen «Love Dinners» für verheiratete Paare beginnt, verkommt jedoch bald zur kulinarischen Dienstleistung für korrupte Kunden im Escortgewerbe. Maravan verrät seine moralischen Prinzipien, aber er braucht das Geld dringend, um erpresserische Landsleute und seine Verwandten in der Heimat zu unterstützen. Als der «Sexkoch» unfreiwillig zum Handlanger dubioser Drahtzieher wird, die Waffen an die Befreiungstiger und die sri-lankische Armee verscherbeln, beschliesst er endgültig aufzuhören.</p>
<p>Suter hält das Tempo bis zum Schluss und taktet seine Erzählung mit Ereignissen zwischen März 2008 und April 2009. Wie aus einem Newsticker laufen die Meldungen im Hintergrund durch: globale Finanzkrise, Bürgerkrieg in Sri Lanka, Fussball-Europameisterschaft, Barack Obama, Oscar-Verleihung … Selbst der Einsturz einer Turnhalle in St. Gallen findet ihren Niederschlag. Dabei überfrachtet Suter seine Geschichte nicht, vielmehr dienen ihm Schlagzeilen und Weltgeschehen als erzählerisches Kontrastmittel und rücken das menschliche Los der Figuren desto deutlicher in den Vordergrund. Maravan lässt sich zu einem allerletzten Love Menu überreden, und Suter garniert mit Komplott. Gibt es doch noch eine Leiche zum Dessert?</p>
<p>Martin Suter<br />
Der Koch<br />
<a href="http://www.diogenes.ch/leser/katalog/a-z/k/9783257067392/buch" target="_blank">Roman. Diogenes Verlag. 2010.</a></p>
<p><strong>Daniel Ammann </strong>lebt in St.  Gallen und arbeitet als Autor, Redaktor und Schreibberater.  <a href="http://www.magoria.ch" target="_blank">www.magoria.ch</a></p>
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